Hitze: Wassertrinken über den Durst hinaus?

Soll man über den Durst hinaus Wasser trinken?
© Thommy Weiss / pixelio.de

Wasser ist zum Waschen da und auch zum Zähneputzen ... und natürlich zum Trinken. Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel, und es ist preiswert.

„Welche Flüssigkeitszufuhr ist optimal?” fragen Stahmer und Stahl (Intern Prax 52, 501-507, 2012).

Nach Diskussion der physiologischen und medizinischen Aspekte lautet die Antwort:

Unter normaler körperlicher Belastung und Ernährung sei eine Trinkmenge von etwa 570 ml ausreichend.

Das Regelsystem „Durst” reguliere den Wasser- und Elektrolythaushalt sehr exakt. „Der gesunde Mensch sollte trinken, wenn er durstig ist.”

Diese Aussagen gelten nicht für manche alte Menschen und für Menschen mit Nieren- und Blasensteinen; und bei großen Wasserverlusten durch Schwitzen in Hitze oder bei stundenlangem Sport müssen neben dem Wasser auch Salze zugeführt werden.

Wie steht es also mit den Wasserflaschen, die Jung und Alt stets mit sich führen, die in den Vorlesungssälen auf den Tischen stehen, stets bereitgehalten, um nur ja keinen Gesundheitsschaden zu erleiden?

Die können getrost zu Hause gelassen werden.

Und mit den Aussagen der milliardenschweren Wasserindustrie: „Jeder Arzt rät Ihnen: Trinken Sie viel”, wichtig sei es, bereits vor dem Auftreten von Durst zu trinken? Klar, das steigert Umsatz, Profit und Urinmenge.

Prof. Dr. med. K. E. v. Mühlendahl

Veröffentlicht: 7. Mai 2018 - 0:00 Uhr

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Grafik oben rechts (Wasserflaschen): © Thommy Weiss / pixelio.de.