Holzkohlegrills gehören nicht in die Wohnung

Holzkohlegrills gehören nicht in die Wohnung.

Hohlkohlegrills dürfen wegen der Vergiftungsgefahr auf keinen Fall in Innenräumen verwendet werden.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 10 Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) sieht als Ursache die steigende Beliebtheit von kohlebetriebenen Tischgrills.

Die Werbung suggeriert einen sorglosen Umgang mit Holzkohlegrills im Wohnzimmer. Da die Verbrennungsgase beim Grillen nicht direkt über ein Kaminsystem abgeleitet werden, können sich die Gase, einschließlich des Kohlenmonoxids, unbemerkt in der Raumluft verbreiten.

Die deutschsprachigen Giftinformationszentren und das BfR zählten in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 16 schwere Vergiftungen mit Kohlenmonoxid, 13 davon endeten tödlich.

Daraus folgt, dass Grills, die mit brennbaren Materialien wie Holzkohle, Grillbriketts oder sog. „Cook-Chips“ betrieben werden, auf keinen Fall in geschlossenen Räumen verwendet werden dürfen. Auch ein geöffnetes Fenster bietet nicht genügend Sicherheit.

Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennungen. Mangelnder Luftaustausch erhöht die Konzentration des giftigen Gases im Raum. Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos und nicht reizend, daher löst es beim Menschen keine Warnung aus. Das Gas ist leichter als Luft und kann sich in der Umgebung anreichern. Rasch und unbemerkt wird es über die Lunge aufgenommen.

Kohlenmonoxid ist ein Blutgift, das den Sauerstoff aus der Bindung am roten Blutfarbstoff verdrängt. Kinder reagieren wesentlich empfindlicher auf das Gas als Erwachsene. Sie zeigen daher viel schneller Vergiftungssymptome. Bei leichten Vergiftungen leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche und einem erhöhten Herzschlag.

Bei mittelschweren bis schweren Vergiftungen haben die Patienten meist eine kirschrote und scheinbar gesunde Hautfarbe, die den wahren Gesundheitszustand verschleiert. Haben die Betroffenen Alkohol getrunken, wird die Situation häufig falsch eingeschätzt. Bei einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid besteht Lebensgefahr! Die Patienten müssen so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich entfernt und vom Notarzt durch Sauerstoffgabe und Beatmung behandelt werden.

Hohlkohlegrills dürfen wegen der Vergiftungsgefahr im Innenraum auf keinen Fall verwendet werden!

Literatur: 

Bundesinstitut für Risikobewertung (2011): Holzkohlegrills gehören nicht in die Wohnung (Zuletzt abgerufen im August 2017)

Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen des BfR (2010): Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen (Zuletzt abgerufen im August 2017)

Mühlendahl von K E (2009): Akute und chronische CO-Intoxikationen: Ein unbeachtetes und möglicherweise häufiges Phänomen. In: UFP Vol. 14 (6) 325-328.

Veröffentlicht: 24. Juni 2011 - 0:00 Uhr

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