Human-Biomonitoring ist wichtiges Instrument des gesundheitsbezogenen Umweltschutzes

Human-Biomonitoring ist wichtiges Instrument des gesundheitsbezogenen Umweltschutzes.

In HBM-Studien wird die Belastung der Bevölkerung mit Chemikalien und anderen gesundheitlich bedenklichen Umwelteinflüssen untersucht.

Das Human-Biomonitoring (HBM) des Umweltressorts liefert wichtige Daten zur Belastung der Bevölkerung mit Chemikalien. Auf einer Fachkonferenz sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen heute in Berlin: „Human-Biomonitoring ist ein hervorragendes Warnsystem, um problematische Schadstoffbelastungen der Bevölkerung frühzeitig zu erkennen. Es gibt uns die Möglichkeit, den Erfolg unserer Chemikalienpolitik zu kontrollieren und zu erkennen, wo Handlungsbedarf besteht.“ Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes betonte: „Um die Belastung der menschlichen Gesundheit durch Umweltchemikalien vorsorgend und systematisch zu vermeiden, brauchen wir eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zum Human-Biomonitoring. Viele Chemikalien werden heute weltweit eingesetzt; deshalb ist es wichtig, Belastungen bereits an der Quelle auszuschließen, indem problematische Stoffe gar nicht erst für Produkte zugelassen werden.“

Röttgen: „Die Belastung mit ,klassischen’ Chemikalien wie Blei, Cadmium, DDT und Dioxinen ist in Deutschland ganz maßgeblich zurückgegangen. Sorgen bereiten uns aber die hohen Belastungen von Kindern mit bestimmten Weichmachern, die in großem Umfang in der Kunststoffherstellung Verwendung finden.“

In HBM-Studien wird die Belastung der Bevölkerung mit Chemikalien und anderen gesundheitlich bedenklichen Umwelteinflüssen untersucht. HBM ist für den gesundheitsbezogenen Umweltschutz ein zentrales Informations- und Kontrollinstrument. Es liefert der Umweltpolitik wissenschaftlich fundierte Daten, ob und in welchem Ausmaß Stoffe vom menschlichen Körper aufgenommen werden, ob es in der Bevölkerung Gruppen mit besonders hohen Belastungen gibt und ob chemikalienrechtliche Regelungen zum gewünschten Rückgang von Belastungen geführt haben.

Gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium hat das Umweltbundesamt die zweitägige Konferenz „Human-Biomonitoring – Nutzen für die Politik – Herausforderung für die Wissenschaft“ organisiert. Hier diskutieren Fachleute aus 36 Ländern welche Möglichkeiten HBM bei der Erfassung und Bewertung der Belastung der Bevölkerung bietet. Zudem erörtern die Wissenschaftler kritisch, welche Stoffe vorrangig untersucht werden sollen und welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus der Chemikalienbelastung zu erwarten sind. Außerdem gilt es zukünftig, HBM in nationale und internationale Initiativen zu Umwelt und Gesundheit einzubinden.

Professor von Mühlendahl, Leiter der Kinderumwelt gGmbH und Dr. Otto, Leiter der Abteilung Umweltmedizin, nehmen für die Kinderumwelt an der Konferenz teil.

Literatur: 

Quelle: Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 27.09.2010.

Veröffentlicht: 28. September 2010 - 0:00 Uhr

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