Hybrid-Zigaretten: Wie gesundheitsschädlich sind sie?

Hybrid-Zigarette. © praphab144 - fotolia.com.
Bei Hybrid-Zigaretten wird Tabak erhitzt statt verbrannt. © praphab144 - fotolia.com.

Tabak erhitzen statt verbrennen über ein sogenanntes Tabakheizsystem: Dies ist die Funktionsweise der neu auf den Markt gekommenen "Hybrid-Zigarette", die Elemente der klassischen und der E-Zigarette miteinander verbindet.

"Vorreiter" ist der Tabakkonzern Philip Morris ("Marlboro"), der die Hybrid-Zigarette unter dem Markennamen "IQOS" seit 2016 auch in Deutschland vertreibt. Philip Morris setzt darauf, mit Hilfe von "IQOS" angesichts des rückläufigen Tabakkonsums Marktanteile halten bzw. zurückgewinnen zu können. Andere Hersteller arbeiten an vergleichbaren Konzepten.

Wie bei E-Zigaretten kommen dabei ein Halter und ein Ladegerät zum Einsatz. Anstelle der bei E-Zigaretten eingesetzten "Liquids" wird hier jedoch echter Tabak in sogenannten "Heets" verwendet. Der Tabak wird nicht wie beim herkömmlichen Rauchen bei ca. 800° C verbrannt, sondern auf rund 350° C erhitzt. Unter Beimengung von Propylenglykol entsteht so Tabak-aromatisierter Dampf statt Rauch und Teer.

Laut Philip Morris fallen hierbei deutlich weniger gesundheitsschädliche Nebenprodukte an als beim Verbrennen von Tabak, so dass es sich um ein "risikoreduziertes" Produkt handle. Philip Morris beruft sich dabei auf die Ergebnisse eigener wissenschaftlicher Studien.

Gesundheitsrisiken von Hybrid-Zigaretten werden derzeit wissenschaftlich untersucht

Ein geringerer Anteil toxischer Nebenprodukte durch Tabakerhitzen statt -verbrennen kann die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Rauchens reduzieren - so die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) auf eine Anfrage der Pharmazeutischen Zeitung. Dabei handle es sich allerdings um eine vorläufige Feststellung, da herstellerunabhängige Studien noch ausstünden. Das BfR hat den Beginn eigener Untersuchungen zu dieser Thematik für den Herbst 2017 angekündigt.

Unabhängig von der Menge und den gesundheitlichen Auswirkungen toxischer Nebenprodukte bei Hybrid-Zigaretten verweist das BfR ebenso wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, auf das Suchtpotenzial des in "IQOS" enthaltenen Nikotins.

Quellen:

Pharmazeutische Zeitung 28/2017: "Erhitzen statt verbrennen"
Welt.de: "Die neue, angeblich so hippe Art zu rauchen"

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Veröffentlicht: 19. Juli 2017 - 12:17 Uhr

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