IARC: Hochfrequente Felder möglicherweise krebserregend

Ute Mulder/pixelio.de

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat hochfrequente (HF) elektromagnetische Felder in die Kategorie 2B der IARC-Skala eingestuft. Diese Klassifizierung besagt, dass es nach Einschätzung der IARC aufgrund des momentanen Kenntnisstandes begrenzte Hinweise auf eine krebserregende Wirkung dieser Felder auf den Menschen gibt.

Die zugrundeliegenden Forschungsergebnisse stammen aus epidemiologischen Beobachtungen. Die IARC sieht Anhaltspunkte, dass Mobilfunkfelder krebserregend sein könnten, ohne dass dies gegenwärtig, im wissenschaftlichen Sinne, als erwiesen gelten kann. Ein plausibles Wirkmodell und belastbare experimentelle Studien fehlen. Dennoch entschlossen sich die 31 Fachleute aus 14 Ländern zur Einstufung der HF-Felder als "möglicherweise krebserregend" ("possibly carcinogenic"), da es Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten bestimmter Hirntumore (Gliome) bei Intensiv-Handynutzern gebe.

Die IARC-Klassifikation umfasst hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, aber auch von Rundfunk und Radar benutzt wird.

Die Krebsforschungsagentur stuft jeden geprüften Stoff in eine von fünf Kategorien ein:

  • "krebserregend" (1)
  • "wahrscheinlich krebserregend" (2A)
  • "möglicherweise krebserregend" (2B)
  • "nicht klassifizierbar" (3)
  • "wahrscheinlich nicht krebserregend" (4).

Zu der Kategorie 2B, in die jetzt auch die hochfrequenten elektromagnetischen Felder eingestuft wurden, zählt unter anderem auch Kaffee.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms festgestellt, dass nach dem wissenschaftlichen Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch hochfrequente Felder – etwa aus dem Mobilfunk – zu erwarten sind, wenn die Grenzwerte eingehalten werden.

Empfehlungen zum vorbeugenden Gesundheitsschutz finden Sie hier: Mobilfunk: Tipps zum Umgang mit dem Handy.

Literatur: 

Bundesamt für Strahlenschutz. Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm - Ein wichtiger Beitrag zur transparenten Wissenschaft und zu offenen Fragen des Strahlenschutzes. www.bfs.de

International Agency for Research on Cancer (IARC). (31. Mai 2011). IARC classifies Radiofrequency Electromagnetic Fields as possibly carcinogenic to humans. Lyon, Frankreich.

Veröffentlicht: 1. Juni 2011 - 0:00 Uhr

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