Infektionen durch Vibrionen in der Ostsee

Vibrio vulnificus. © CDC/James Gathany (PHIL #7815) [Public domain]

Steigende Wassertemperaturen infolge des Klimawandels und insbesondere die warmen Temperaturen der vergangenen Wochen haben zu einer Vermehrung von Vibrionen im Wasser der Ostsee geführt.

Zu den umgangssprachlich als Vibrionen bezeichneten Bakterien der Gattung Vibrio gehören zahlreiche Unterarten, darunter auch der Erreger der Cholera.

Die in der Ostsee vorkommenden Bakterien der Unterart Vibrio vulnificus können durch kleine Wunden in den menschlichen Körper eindringen. Bei immungeschwächten Badegästen können sie Wundinfektionen und Blutvergiftungen mit Symptomen wie Fieber, Durchfall, Schüttelfrost und Hautausschlag auslösen. In schweren Fällen kann es zum Verlust der betroffenen Gliedmaßen kommen. 2018 waren in Mecklenburg-Vorpommern 3 Menschen durch Vibrionen-bedingte Infektionen gestorben; Anfang August dieses Jahres verstarb eine Frau nach dem Baden in der Ostsee an den Folgen einer Vibrionen-Infektion.

Für gesunde Menschen ungefährlich

Der Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern, Heiko Will, warnte allerdings im Zusammenhang mit Vibrio vulnificus vor Panikmache. Nur in seltenen Fällen können die Bakterien für Personen mit offenen Wunden, einem geschwächten Immunsystem, sowie für Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV gefährlich werden.

Beim Verdacht auf eine Infektion empfiehlt Will allerdings eine umgehende ärztliche Untersuchung. Das schnelle Einleiten einer Therapie mit Antibiotika könne den Krankheitsverlauf stark mildern.


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Veröffentlicht: 9. August 2019 - 11:36 Uhr

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Grafik oben rechts: CDC/James Gathany (PHIL #7815) [Public domain]