Minamata-Abkommen in Kraft getreten

Spezielle Filtersysteme können die Quecksilber-Emissionen von Kohlekraftwerken deutlich reduzieren.
Spezielle Filtersysteme können die Quecksilber-Emissionen von Kohlekraftwerken deutlich reduzieren. © Kurt F. Domnik / pixelio.de

Am 16.8.2017 ist das sogenannte Minamata-Abkommen der Vereinten Nationen zur Reduzierung der weltweiten Quecksilber-Emissionen in Kraft getreten.

Das Abkommen verpflichtet die Vertragsstaaten zu gesetzgeberischen Maßnahmen, durch die der Ausstoß von Quecksilber in der industriellen Produktion und in der Energieerzeugung deutlich gesenkt werden soll.

Davon betroffen sind auch deutsche Kohlekraftwerke. Nach einem Gutachten des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik werden in Deutschland insgesamt zehn Tonnen Quecksilber pro Jahr emittiert. Weltweit sind Kohlekraftwerke zu 24% an den Quecksilber-Gesamtemissionen beteiligt, in Deutschland liegt dieser Anteil sogar bei 70%. Der Quecksilber-Ausstoß durch Kohlekraftwerke könnte dem Hamburger Institut zufolge durch spezielle Filtersysteme, wie sie in den USA seit 2015 bereits eingesetzt werden, um bis zu 85% reduziert werden.

Die Aufnahme von hohen Quecksilberkonzentrationen kann beim Menschen zu Schädigungen des Zentralen Nervensystems führen. Kinder weisen im Vergleich zu Erwachsenen eine fünf- bis zehnfach erhöhte Empfindlichkeit gegenüber organischen Quecksilberverbindungen auf. 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf Allum unter "Quecksilber".

Veröffentlicht: 17. August 2017 - 12:26 Uhr

Bildquelle: 

Grafik oben rechts (Kohlekraftwerk): © Kurt F. Domnik / pixelio.de.