Neue Leitlinie zur Allergieprävention

Neue Leitlinie zur Allergieprävention.

Viele Kinder und Jugendliche sind von Allergien betroffen. Vorbeugung ist daher wichtig. Im Jahr 2004 haben die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und die Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zusammen mit einer Reihe weiterer Fachgesellschaften und Organisationen aus dem Bereich Allergologie, Erkenntnisse zur Prävention in einer Leitlinie zusammengefasst. 2014 wurde die Leitlinie aktualisiert und das Update veröffentlicht.

Neu aufgenommen wurden Empfehlungen zum Fischkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit. In der Literatur finden sich Hinweise, dass Fisch in der mütterlichen Ernährung das Kind vor Allergien schützen könnte. Auch in der Beikost scheint sich Fisch positiv auf die Vermeidung von Allergien auszuwirken. Des Weiteren sollten Kinder vor Innenraumluftschadstoffen geschützt werden, um das Asthmarisiko zu minimieren.

Ergänzend zur Leitlinie von 2004 hat sich gezeigt, dass Impfungen nicht nur für alle Kinder zu empfehlen sind, sondern dass Impfungen das Allergierisiko sogar senken.

Nach wie vor empfiehlt die DGAKI einen Säugling in den ersten vier Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Ist dies nicht oder nicht ausreichend möglich, sollten allergiegefährdete Kinder in den ersten vier Monaten mit hypoallergener Ersatznahrung gefüttert werden. Danach kann Schritt für Schritt Beikost eingeführt werden. Hierbei wirkt sich eine Meidung potenter Nahrungsmittelallergene nicht präventiv aus und wird daher von der Autorengruppe nicht empfohlen.

Darüber hinaus sollten Kinder vor Tabakrauch, Schimmelpilzen in Wohnräumen und Luftschadstoffen geschützt werden, um das Allergierisiko zu minimieren. Kinder mit einem erhöhten Allergierisiko sollten auf die Haltung von Felltieren (hier insbesondere Katzen) verzichten.

Hilfreiche Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen auch bei Allergierisiko finden sich in den 2010 erstmals erschienenen Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben.
Die Handlungsempfehlungen werden von den Berufsverbänden und Fachgesellschaften der Frauenärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Hebammen unterstützt. Eine Aktualisierung aus 2016 ist online verfügbar.

Veröffentlicht: 23. Juli 2009 - 0:00 Uhr

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