Sonnenschein, UV-Strahlung und bodennahes Ozon

Luftschadstoff-Messwerte

© Rudolpho Duba / pixelio.de

Die vom Deutschen Wetterdienst erhobenen Wetterdaten belegen: Hitzewellen von mindestens 3 Hitzetagen > 30°C in Folge treten deutlich häufiger auf als früher.

Der längere Sonnenschein bringt auch eine stärkere UV-Strahlung mit sich, die wiederum einen deutlichen Anstieg der Ozonkonzentration (O3) verursacht, wenn gleichzeitig Stickstoffdioxid (NO2) anwesend ist. Dessen Quelle sind vor allem verkehrsbedingte Emissionen der mit Benzin und Diesel betriebenen Fahrzeuge. Denn UV-Strahlung spaltet das NO2 auf in NO + O-Radikal, welches sich schnell mit Sauerstoff (O2) zu Ozon (O3) verbindet.

Ozon entsteht daher vor allem in Städten mit viel Verkehr und wird von dort durch die Luftströmung ggfs. plus Wind in die ländliche Umgebung verweht. Beim abendlichen Berufsverkehr in der Stadt wird Ozon dann mit Stickoxid (NO), das ebenfalls durch den Verkehr „bereitgestellt“ wird, wieder zu NO2 und O2 abgebaut. Da auf dem Lande weniger Verkehr herrscht, fehlt dort NO, um O3 wieder zu O2 und NO2 zu reduzieren.

Dies erklärt die scheinbare Paradoxie, dass die durchschnittlichen Ozon-Konzentrationen in ländlichen Gebieten seit mehr als 30 Jahren mit 57µg/m³ deutlich über denen der Stadtgebiete mit 42 µg/m³ liegen.

Ozon zählt wie Stickstoffdioxid und Feinstaub zu den wichtigsten gesundheitswirksamen Luftschadstoffen. Der Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit liegt in der EU bei 120 µg/m³ O3 im sog. 8-Stunden-Mittel. Liegen die Ozonkonzentrationen darüber. kann es zu akuten Atembeschwerden kommen, da O3 als reaktives Reizgas tief in die Luftwege eintritt und akute Schleimhautreizungen bzw. -entzündungen verursacht.

Der sog. oxidative Stress geht mit Husten, Engegefühl in der Brust und Atemnot einher, führt also zu akuten Asthmaanfällen – und dies in allen Altersgruppen. Dauerhaft bestehende Ozonbelastungen - auch unter 120 µg/m³ - können zu chronischen Schäden des elastischen Bindegewebes der Lunge mit eingeschränkter Lungenfunktion und bei Kindern bis zur Pubertät zu vermindertem Lungenwachstum führen.

Konsequenzen bei Ozonbelastung

Bei Sonnenschien sind im Hochsommer Sport und stärkere, körperliche Aktivitäten im Außenbereich mit Kindern und Jugendlichen von 8 Uhr bis max. 12 Uhr sinnvoll. Für Jugendliche ist dies auch später am Abend möglich, allerdings gilt dies für ländliche Regionen nur eingeschränkt. Dies sollten sowohl Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen, Sportlehrer*innen und Übungsgruppenleiter*innen wissen, um vorbeugend handeln zu können.

Mittlerweile bietet das Umweltbundesamt (UBA) in seiner "Luftqualitäts-App" auch eine Ozonvorhersage für den aktuellen Tag und zwei Folgetage an. Falls innerhalb von 24 Stunden besonders hohe Ozonwerte erwartet werden, kann man sich automatisch warnen lassen.

Die Nutzung dieser App sollte an Sommertagen zum Standard gehören. Neben den Ozonwerten stellt die App auch stündlich aktualisierte Daten für die Luftschadstoffe Feinstaub und Stickstoffdioxid zur Verfügung. Der Luftqualitätsindex von "sehr gut" bis "sehr schlecht" informiert über die Luftqualität an jeder Station. Je nach Höhe der Belastung gibt die App Gesundheitstipps für Aktivitäten im Freien.

Kürzlich erschien zu diesem Thema ein informativer Artikel in der Berliner Zeitung.

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Veröffentlicht: 6. August 2021 - 11:01 Uhr

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