Speisen in Aluminium-Menüschalen: gesundheitlich bedenklich?

BfR untersucht Aluminiumaufnahme durch Lebensmittel-Menüschalen

Unbeschichtete Menüschalen aus Aluminium geben unter bestimmten Umständen gesundheitlich bedenkliche Konzentrationen des Leichtmetalls an erwärmte Speisen ab. Dies ist das Ergebnis eines aktuellen Forschungsprojekts des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Vor allem saure und salzige Speisen, die lange warmgehalten werden, können Aluminium-Ionen in Konzentrationen aufnehmen, die den Freisetzungsgrenzwert des Europarates von 5 mg Aluminium pro kg Lebensmittel erheblich überschreiten. Problematisch ist dies insbesondere für die Besucher bzw. Bewohner von Kantinen oder Gemeinschaftseinrichtungen, wo Speisen in Aluminiumschalen lange warmgehalten werden.

Die Verbraucher nehmen Aluminium über zahlreiche Lebensmittel, aber auch durch Alltagsprodukte wie z. B. Kosmetika auf. Die Auswirkungen einer hohen Aluminium-Exposition auf die Gesundheit und ein möglicher Zusammenhang zwischen Aluminium und der Entstehung von Alzheimer und Brustkrebs sind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt.

Vor diesem Hintergrund appelliert BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel zu einem achtsamen Umgang mit den betreffenden Menüschalen: "Angesichts der ohnehin vorhandenen Belastung mit Aluminium in der Bevölkerung sollte eine Minimierung jedes vermeidbaren, zusätzlichen Eintrags angestrebt werden. Dies gilt vor allem für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder oder Senioren, die unter Umständen täglich Speisen verzehren, die in Aluminiumschalen warmgehalten werden."

Weitere Informationen:

BfR: Nachweis des Übergangs von Aluminium aus Menüschalen in Lebensmittel
Allum: "Aluminium"

Veröffentlicht: 31. Mai 2017 - 12:56 Uhr

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Grafik oben rechts (Alu-Schale): Ulrich Voss