UMTS-Exposition fördert Tumore bei Mäusen

UMTS-Exposition fördert Tumore bei Mäusen
© Bernhard Friesacher / pixelio.de

Hochfrequente elektromagnetische Strahlung (hier: UMTS-Exposition) kann sich bei Mäusen krebsfördernd auswirken. Dies ist das Ergebnis einer Studie der „Jacobs University Bremen“ im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz. 

In einem speziellen Mäusestamm (B6C3F1-Mäuse) wurde schwangeren Tieren ein krebserzeugender Stoff (Ethylnitrosoharnstoff, ENU) gespritzt. Die Nachkommen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe der Mäusejungen wurde zusätzlich lebenslang der elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt, die Kontrollgruppe wurde nicht bestrahlt. 

Bei den Mäusen mit Hochfrequenzfeldbelastung fanden sich häufiger Tumore der Leber und Lunge, sowie Lymphome. Die erhöhten Tumorraten finden sich bereits bei einer Strahlenstärke, die unter dem Grenzwert der Ganzkörperbelastung für Menschen liegt. Im Gehirn, den Nieren und der Milz wurde keine tumorfördernde Wirkung chronischer elektromagnetischer Strahlung gefunden. 

Mit der vorliegenden Studie bestätigen sich die Ergebnisse einer Pilotstudie, die 2010 am Frauenhofer Institut durchgeführt wurde (Tillmann et al. 2010).  Dort wurden vermehrt Lungentumore bei Tieren gefunden, die hochfrequenten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren (ebenfalls nach vorheriger ENU-Applikation). 

Zu den zugrundeliegenden Mechanismen für die tumorfördernde Wirkung elektromagnetischer Felder gibt es bisher nur Vermutungen.

Wichtig zu betonen ist Folgendes: 

- die elektromagnetische Strahlung verstärkt die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore bei Mäusen. Für eine tumorauslösende Wirkung der Mobilfunkfelder gibt es keine Hinweise.

- Die Studie wurde an einem speziellen Mäusestamm durchgeführt, daher lassen sich die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen.

Mehr Informationen rund um das Thema Elektromagnetische Felder im Haushalt finden sich hier und speziell zu Mobilfunk hier.

Literatur: 

Lerchl, A. (2014): Tumorpromotion durch hochfrequente elektromagnetische Felder in Kombination mit kanzerogenen Substanzen. In Klose (Hrsg.) Ressortforschungsberichte zur kerntechnischen Sicherheit und zum Strahlenschutz. Tumorpromotion durch hochfrequente elektromagnetische Felder in Kombination mit kanzerogenen Substanzen - synergistische Wirkungen - Vorhaben 3611S30017. In Auftrag gegeben von der Jacobs University Bremen. URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-2015031812720 (zuletzt aufgerufen im März 2015).

Tillmann, T., Ernst, H., Streckert, J. Zhou, Y., Taugner, F., Hansen, V. & Dasenbrock, C. (2010): Pilot Study on UMTS Exposure on ENU-Induced Tumors. Indication of cocarcinogenic potential of chronic UMTS-modulated radiofrequency exposure in an ethylnitrosourea mouse model. International Journal of Radiation Biology 86 (7), S. 529-541 (doi:10.3109/09553001003734501) URL: http://informahealthcare.com/doi/abs/10.3109/09553001003734501 (zuletzt aufgerufen im März 2015).

Veröffentlicht: 23. März 2015 - 12:06 Uhr

Autor/en:

Bildquelle: 
© Bernhard Friesacher / pixelio.de