WHO fordert: Weniger Lärm bei Nacht!

WHO fordert: weniger Lärm bei Nacht!

Die WHO hat den aktuellen Wissenstand zum Thema Lärm und Schlafstörungen in den neuen „Night Noise Guidelines“ zusammengetragen.

Immer lärmt es irgendwo. Auch nachts herrscht keine vollkommene Stille. Der Lärm angrenzender Straßen, Bahnlinien und Flughäfen bringt so manchen Menschen um den Schlaf.

Das „European Centre for Environment and Health, Bonn Office“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den aktuellen Wissensstand zum Thema Lärm und Schlafstörungen in den neuen „Night Noise Guidelines“ (Leitline für Nachtlärmbelastung) zusammengetragen. Aus dem Ergebnis hat die WHO neue Qualitätsziele für nächtliche Geräuschbelastungen abgeleitet.

Eine wesentliche Änderung gegenüber älteren Veröffentlichungen der WHO ist die Absenkung des Mittelungspegels (L­­night) außerhalb von Wohnungen von 45 dB(A) auf 40 dB(A). Obwohl manche Personen von Schlafstörungen berichten, sind bis zu einem mittleren Schallpegel von 40 dB(A) keine bedeutenden biologischen Effekte zu erwarten. Ein Lnight 40 dB(A) entspricht dem „No Observed Adverse Effect Level“ (NOAEL) für Nachtlärm und ist mit einem leisen Gespräch vergleichbar.  

So lange dieser Grenzwert noch nicht erreicht werden kann, nennt die WHO Lnight 55 dB(A) als Interimswert. Dieser muss als Minimalziel unbedingt erreicht werden, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. 55 dB(A) ist kein gesundheitlich abgeleiteter Grenzwert, sondern stellt eine Übergangslösung dar. Empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Ältere oder chronisch Kranke können bei dieser Lärmbelastung nicht ausreichend geschützt werden.

Literatur: 

Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa (2009): Night Noise Guidelines (NNGL) For Europe. Grant Agreement 2003309 between the European Commission, DG Sanco and the World Health Organization, Regional Office for Europe. Online verfügbar. Zuletzt abgerufen am 20.10.2009.

Veröffentlicht: 20. Oktober 2009 - 0:00 Uhr

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