Zu viel Aluminium in Brezeln

Zu viel Aluminium in Brezeln

© Rainer Sturm / pixelio.de

Aluminium ist immer öfter Thema in den Medien: Aluminium in Deos, in Medikamenten, im Trinkwasser und jetzt in „Bayerischen Brezen“. 
Laut Angabe der Süddeutschen Zeitung, unter Berufung auf die Verbraucherzentrale Bayern, enthält jede fünfte Brezel in Bayern zu viel Aluminium. 

Wie viel Aluminium enthalten die Brezeln?

In Bayern gilt seit dem 1.1.1999 ein Aluminiumgrenzwert von 10 mg/kg für Laugengebäck. Die Verbraucherzentrale Bayern fand jedoch die bis zu 15-fache Menge in Brezeln.
Bei 2000 Proben lag die Belastungsquote durchschnittlich bei 20,5 %.

Welche gesundheitlichen Risiken werden mit Aluminium in Verbindung gebracht?

Gefährdungspotentiale von Aluminium werden vor allem in den Wirkungen auf das Nervensystem, die Knochenentwicklung, Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben gesehen.
Die akute Toxizität von Aluminium ist gering. Aluminium wird zum großen Teil über die Nieren ausgeschieden. Im Laufe des Lebens kann es dennoch zu einer Anreicherung im Körper (z.B. im Skelettsystem) kommen.

Wie kommt Aluminium in die Brezeln?

Damit die Brezeln ihre typische braune Färbung erhalten und schön knusprig werden, werden sie vor dem Backvorgang in Natronlauge getaucht oder besprüht.
Im Anschluss werden sie auf ein Aluminiumblech gelegt. Und hier liegt das Problem, denn durch die Lauge wird Aluminium aus dem Blech gelöst und von der Brezel aufgenommen.

Kann vermieden werden, dass Brezeln Aluminium aufnehmen?

In vielen Bäckereien werden statt Aluminiumblechen bereits Edelstahlbleche verwendet. Wenn noch Aluminiumbleche verwendet werden, kann auch mit Backpapier gearbeitet werden. Hier sollte nur darauf geachtet werden, dass die Natronlauge das Backpapier nicht durchweicht.

In Baden-Württemberg wird der Grenzwert bereits eingehalten, was stärkeren Kontrollen und Bußgeldern zu verdanken ist. Nun sollen auch in Bayern die „Brezen-Kontrollen“ verschärft werden. So kündigte es Verbraucherministerin Scharf gegenüber der Süddeutschen Zeitung an.

Mehr Informationen rund um das Thema Aluminium gibt es auf Allum hier.

Literatur: 

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2014): Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten. FAQ des BfR vom 16. Oktober 2014.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2002): Erhöhte Gehalte von Aluminium in Laugengebäck. Stellungnahme des BfR vom 25. November 2002.

Sebald, C. (2014): Achtung, Aluminium-Brezen. Süddeutsche Zeitung, Ausgabe vom 4.12.2014. Online abrufbar unter: https://www.sueddeutsche.de/bayern/verbraucherschutz-achtung-aluminium-brezen-1.2251991 (zuletzt aufgerufen im September 2014)

Veröffentlicht: 5. Dezember 2014 - 10:32 Uhr

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