Eigenblutbehandlung AHIT® bei Neurodermitis

Entwickler der AHIT®, der autohomologen Immuntherapie, einem nicht genau beschriebenen patentierten modifizierten Eigenbluttherapieverfahren ist Dr. Horst Kief. In der prospektiven kontrollierten Studie wird die Wirkung zweier Eigenbluttherapieformen (AHIT® und ein konventionelles Eigenblutverfahren) bei Patienten mit Neurodermitis im Alter von 12 bis 65 Jahren verglichen. Die Patienten hatten mindestens einen mittleren Schweregrad der Neurodermitis. Der Mindestwert im Symptomscore SCORAD musste 25 (Maximalwert im SCORAD 103) betragen. Die Therapien liefen über zwei Jahre in steigender Dosis D6 bis D0 entweder mit subkutanen Injektionen zweimal pro Woche oder täglich eingenommenen Tropfen. Es war vorgesehen, je 90 Patienten in den beiden Therapiearmen zu untersuchen. Es konnten allerdings nur 44 für die AHIT® und 42 in der Eigenblutgruppe in die Studien einbezogen werden. Von diesen Patienten waren nur 28 bzw. 27 Patienten bis zum Ende nach zwei Jahren dabei.

Verglichen wurden der Symptomscore gemessen nach dem SCORAD und die Lebensqualität mit dem DLQI (Dermatology life Quality Index). Daneben wurde mit einer Photodokumentation der Hautzustand, mit Rhinomanometrie und Corneometrie die Reaktionen an Nasen und Augenschleimhaut geprüft, sowie Laborparameter wie IgE und Eosinophile im Blut untersucht.

Nach ausführlicher Darstellung der Untersuchungsergebnisse kommt der Autor zu folgenden Schlüssen:

  • Beide Therapiearme zeigen eine signifikante Besserung des Hautbildes bei den Patienten (Verringerung im SCORAD) und eine Verbesserung im Lebensqualitätsindex.

  • Zwischen AHIT und Eigenblutbehandlung gab es keine signifikanten Unterschiede in den Effekten.

Unkonventionelle Therapieverfahren in kontrollierten Studien zu untersuchen ist wichtig und dem Autor positiv anzurechnen, so wie er es in seiner Danksagung dermatologischen Klinikprofessoren gegenüber tut.

Die Studie hat allerdings Schwächen, die die Schlussfolgerungen in Frage stellen.

  • Die geringe Zahl der Patienten, die letztendlich in die Studie eingeschlossen werden konnten, reduziert die statistische Power.

  • Weiterhin hat fast die Hälfte der untersuchten Patienten die Studie nicht beendet, was die Aussagekraft der Ergebnisse weiter verringert.

Vor allem aber fehlt eine Plazebogruppe, eine vergleichbare Gruppe von Patienten mit Fortführung der auch in der Studie erlaubten Hautpflege.

Gerade die Neurodermitis mit ihrem schubweisen variablen Verlauf kann innerhalb von zwei Jahren einen sehr wechselnden Schweregrad aufweisen. Dies kann vor allem bei Patienten mit leicht bis mittelschwerer Neurodermitis SCORAD-Wertschwankungen bedingen, wie sie auch in der Studie beobachtet wurden.

Die erfolgte Kontrolle durch eine andere Eigenblutbehandlung bringt nicht nur ein für die AHIT® negatives Ergebnis, die AHIT®  ist nicht wirksamer. Es kann durch die Studie auch nicht beantwortet werden, ob die verwendeten Verfahren überhaupt eine Wirksamkeit erreichen die über den Plazeboeffekt hinausgeht.

Als wissenschaftlicher Beweis der Wirksamkeit der Eigenblut bzw. der AHIT® bei Neurodermitis kann die Studie nicht herangezogen werden.

Zu dieser Auffassung ist auch der Gemeinsame Bundesausschuss  (www.g-ba.de) gekommen. Somit übernehmen Krankenkassen die Kosten der Therapie weiterhin nicht. Kosten von mehr als 1000 Euro sind zu erwarten.

Stand: 17. September 2013 - 10:03 Uhr

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