Feer'sche Krankheit

Synonyme: Feer'sche Neurose, M. Selter-Swift-Feer, Akrodynie, Pink Disease

Beim Kind führt die chronische Quecksilber-Intoxikation zum - heute seltenen - Bild der Feer'schen Krankheit. Gelegentlich werden allerdings noch Fälle nach dem Bruch von quecksilberhaltigen Fieberthermometern in kleinen, schlecht gelüfteten Kinderzimmern beobachtet.

Offensichtlich ist der Organismus, insbesondere das Gehirn, bei Kleinkindern empfindlicher gegenüber relativ geringen Quecksilbermengen, als das bei Erwachsenen der Fall ist.

Es hat wiederholt Fallberichte über Kleinkinder gegeben, die bereits bei Urinkonzentrationen unterhalb von 50 Mikrogramm pro Liter schwere Krankheitsbilder entwickelt haben.

Symptome der Feer'schen Krankheit

Exanthem akut auftretend, im Gegensatz zum chronischen Ekzem an den GesäßbackenDie Symptomatik wird von zerebralen, vegetativen und dermatologischen Symptomen geprägt:

  • Ausgeprägte Hypotonie
  • später Verweigerung von Gehen, Stehen und Sitzen
  • unlustiges, mürrisches, jämmerliches Verhalten
  • motorisch bedingte Apathie
  • Muskel- und Gliederschmerzen, Appetitverlust
  • Gewichtsabnahme
  • nächtliche Schlafstörungen
  • tags Somnolenz
  • vermehrtes Schwitzen
  • ausgeprägter Juckreiz
  • Blutdruckerhöhung
  • Lichtscheu
  • symmetrische Rötung (Akrodynie, Pink Disease) an der Nase und an Händen und Füßen

(von Mühlendahl 1991 und 1995)

In Abhängigkeit von der klinischen Symptomatik, Alter und gemessenen Quecksilber-Konzentrationen kann eine länger dauernde DMPS-Behandlung angezeigt sein, die mit erfahrenen Toxikologen oder Giftinformationszentren abgesteckt werden muss.

Möglicherweise ist eine erhöhte Quecksilberempfindlichkeit ein Risikofaktor für Autismus (Shandley und Austin 2011).

Stand: 2. Januar 2017 - 10:49 Uhr

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