Diagnose, Therapie und Prognose

Bei Verdacht auf Kuhmilchallergie sollte, in Absprache mit dem Arzt, für 10-14 Tage eine kuhmilchfreie Ernährung erfolgen. Während dieser Zeit wird der Krankheitsverlauf beobachtet. Zusätzlich führt ein Allergologe verschiedene Untersuchungen durch, um den Verdacht auf eine Kuhmilchallergie zu bestätigen oder zu entkräften.

Die gängigen Untersuchungsmethoden sind:

  1. Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte)
  2. Allergietest (z.B. Bluttest auf spezielle IgE-Antikörper)
  3. Wenn Zweifel bestehen, wird unter ärztlicher Aufsicht eine orale Provokation durchgeführt

Sofern sich während der Diät keine Besserung einstellt, ist eine Allergie auf Kuhmilch unwahrscheinlich. Ein Allergietest kann die Annahme bestätigen.

Eine Therapie im eigentlichen Sinn existiert nicht. Daher ist auf jeden Fall nach Bekanntwerden der Allergie eine Diät einzuhalten. Kuhmilch und Lebensmittel, die Kuhmilch enthalten, sind zu meiden.

80-90 % der betroffenen Kinder entwickeln bis zum Schulalter eine Toleranz. Daher sollten Säuglinge und Kinder etwa einmal jährlich von einem Kinderallergologen auf eine aktuell vorliegende Kuhmilchallergie getestet werden. Wenn eine Toleranz entwickelt wurde, ist eine Diät nicht mehr erforderlich.

Je nach Krankheitsbild ist das Mitführen von Notfallmedikamenten sinnvoll.

Aktuelle Forschung

Derzeit untersuchen Forscher in mehreren Studien das Risiko-/Nutzenverhältnis einer oralen Immuntherapie für Kuhmilchallergiker. Mehrfach wurde bereits eine Desensibilisierung durch diese Therapie festgestellt. Ob sie auch zu einer anhaltenden Toleranz führt, ist noch umstritten. Eine praktische Anwendung ist momentan nicht ratsam, weil die gegenwärtig verfügbare Datenmenge für eine aussagekräftige Bewertung nicht ausreicht.

Stand: 29. November 2016 - 10:43 Uhr

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