Leukämie im Kindesalter

Leukämie (= "weißes Blut") ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems.

Die Tumorzellen verdrängen die normale Blutbildung und es kommt zu einem Mangel an roten Blutzellen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und an gesunden, funktionsfähigen weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die Folge sind Symptome wie Blässe, Abgeschlagenheit, Blutungsneigung (z.B. Petechien, Blutungen in die Haut), Anfälligkeit für Infektionen, Fieber, Knochenschmerzen und Lymphknoten-, Leber- und Milzschwellung.

Die akute Leukämie entwickelt sich sehr schnell, weist meistens schwere Krankheitssymptome auf und Fieber. Die chronische Leukämie zeigt zu Beginn oft keine Symptome und ist durch einen langsamen Fortschritt gekennzeichnet. Nach Art der betroffenen Zellen unterscheidet man die lymphoblastische und die myeloische Leukämie.

Demnach gibt es:

  • Akute lymphoblastische Leukämie (ALL)
  • Akute myeloische Leukämie (AML)
  • Chronische lymphoblastische Leukämie (CLL)
  • Chronische myeloische Leukämie (CML)

Häufigkeit der Leukämie im Kindesalter

Leukämie stellt mit einem Anteil von einem Drittel aller Krebserkrankungen die häufigste Form bei Kindern dar. Jährlich erkranken in Deutschland ungefähr 620 Kinder im Alter von 0-14 Jahren an einer Leukämie.

Die ALL macht ca. 80% der Leukämien im Kindesalter aus mit jährlich 3,3 Neuerkrankungen pro 100.000 Kinder. Bei fast 15% der kindlichen Leukämien handelt es sich um AML, bei der die Neuerkrankungsrate bei 0,7 Erkrankungen pro 100.000 Kinder liegt.

Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten führen zu Überlebensraten ( 5-Jahres-Raten) von 80% bei der ALL und von 60% bei der AML.

Es gibt Hinweise aus Fall-Kontroll-Studien, dass die Inzidenz (Zahl der Neuerkrankungen) in den letzten 20 Jahren zugenommen hat, etwa in der Größenordnung von einem Prozent pro Jahr. In den meisten Kohortenstudien wird dieser Trend nicht beobachtet. Ferner ist zu bedenken, dass in früheren Jahren die Erfassungen unvollständig waren, und man erst ab jetzt die Krebsregister als vollzählig ansieht, so dass erst in der Zukunft eindeutige Aussagen über einen wirklichen Anstieg gemacht werden können.

Stand: 20. April 2017 - 10:17 Uhr

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