Diagnose und Häufigkeit

Diagnose

Es existieren verschiedene Diagnoseverfahren. Die gängigen Tests sind:

Zelluläre in-vitro-Verfahren (z.B. Lymphozytentransfomationstest) sind dagegen nur in Einzelfällen sinnvoll. Als gängige Untersuchungsmethode sind diese ungeeignet.

Häufigkeit

Wenn bei Kindern und Jugendlichen durch Medikamente Hautausschläge hervorgerufen werden, vermuten Eltern sehr häufig, dass ihr Kind an einer Medikamentenallergie leidet. Neue Veröffentlichungen zeigen jedoch, dass sich Eltern in den meisten Fällen unnötig Sorgen machen. Daher sollten bei einer Reaktion auf ein bestimmtes Medikament dem Kinderarzt nicht nur die Symptome sondern auch der Verdacht der Eltern auf eine Medikamentenallergie mitgeteilt werden. Auf diese Weise ist der Kinderarzt in der Lage, sowohl eine mögliche Allergie abzuklären als auch die Eltern fachkundig zu beraten.

Ein fachkundiges Gespräch ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass bei 30 % der berichteten Medikamentenallergien (d.h. vom Patienten berichtet) Alternativpräparate gewählt werden, die potentiell weniger wirksam sind oder mehr Nebenwirkungen verursachen. Dies betrifft Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Sowohl die Allergie als auch die Unverträglichkeit werden unter dem Begriff „Unerwünschte Arzeimittelwirkung“ (UAW) zusammengefasst und in zwei Reaktionstypen unterteilt:

  • Typ-A-Reaktion:
    • Häufig dosisabhängig und vorhersagbar
    • Für Kinder ist das Risiko einer Typ-A-Reaktion größer als für Erwachsene
  • Typ-B-Reaktion:
    • Selten, unabhängig von der Dosis und nicht vorhersagbar
    • Schließt allergische Reaktionen ein (10-30 % aller UAW)
    • Das Risiko einer Typ-B-Reaktion ist für Kinder und Erwachsene gleich groß

Je nachdem, ob ein Kind stationär oder ambulant behandelt wird, ist das Risiko einer UAW unterschiedlich groß. Für stationär behandelte Kinder liegt das Risiko an einer UAW zu leiden zwischen 1,6 % und 16,8 % und für ambulant behandelte Kinder zwischen 0,7 % und 7,3 %.

Im Allgemeinen sind schwere allergische Reaktionen wie z.B. ein anaphylaktischer Schock, insbesondere bei Kindern, sehr selten.

Stand: 3. Juli 2017 - 13:45 Uhr

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