Therapie

Bei der akuten Urtikaria ist meist nur in schweren Fällen eine medikamentöse Therapie mit einem H1-Antihistaminikum - möglicherweise in Kombination mit Kortikosteroiden - notwendig.

In besonders schweren Fällen der chronischen Urtikaria, bei der eine Allergie vom Typ I der Auslöser ist, kommt unter Umständen auch eine Behandlung mit Omalizumab infrage (Wieczorek, Kapp, & Wedi, 2011).

Treten zusätzlich Zeichen einer anaphylaktischen Reaktion auf, sind zusätzliche kreislaufstabilisierende Maßnahmen notwendig. Die gezielte Auslöservermeidung und Therapie der chronischen Urtikaria ist nur möglich, wenn eine klare Ursachenzuordnung erfolgt ist. Dazu ist die Betreuung bei allergologisch erfahrenen Ärzten erforderlich.

Allergenvermeidung bei allergisch bedingter Urtikaria

Bei den allergisch bedingten Formen ist die Allergenvermeidung die wichtigste Maßnahme. Das gilt auch für Reaktionen auf Medikamente oder Konservierungsstoffe.

Bei vielen anderen chronischen Urtikariaformen kommen Antihistaminika zum Einsatz. Da hier meist eine regelmäßige Gabe notwendig ist, muss ganz besonders auf gute Verträglichkeit geachtet werden und nicht sedierende (nicht müde machende und nicht die Reaktionsfähigkeit herabsetzende) Antihistaminika gewählt werden.

Eine äußerliche Behandlung der Urtikaria ist meist wenig sinnvoll, weil die Quaddeln oft an einer anderen Stelle wieder auftreten.

Bei der Urtikaria pigmentosa (eine Spezialform der Mastozytose) führen Antihistaminika oft zu einer Besserung des Juckreizes und der Quaddeln. Wichtig ist dabei, auf Gefahren durch die Mastozytose hinzuweisen. Bienen- und Wespenstiche, Narkose und gewisse Medikamente können Auslöser dafür sein, dass die Mastzellen sehr viel Histamin freisetzen und es zu Kreislaufbeschwerden, Luftnot, Herzrasen oder Bewusstlosigkeit kommen kann.

Eine induzierbare Urtikaria kann je nach Trigger mit verschiedenen Maßnahmen gelindert werden:

  1. Kälteurtikaria
    • Thermo-Unterwäsche
    • Handwärmer
  2. Urtikaria factitia
    • Verzicht auf
      • eng anliegende Kleidung
      • enge Gürtel
      • scheuernde Textilien
  3. verzögerte Druckurtikaria
    • Vermeidung von kleinflächigen Druckeinwirkungen mit Hilfe von z.B.
      • Schaumstoff- oder Silikoneinlegesohlen
      • breite Gurte für Rucksäcke und Kindersitze

Stand: 23. Januar 2018 - 12:44 Uhr

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