Zeckensticherkrankungen (Borreliose und FSME)

Zecken können die Erreger von Borreliose und FSME übertragen.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass von Zecken und ihren Stichen eine Gefahr für den Menschen ausgeht. Doch erst seit den 80er Jahren wird diese Gefahr bewusst wahrgenommen.

Die bedeutsamsten durch Zecken übertragbaren Krankheiten in Deutschland sind die Lyme-Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis).

Beschreibung und Vorkommen

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind bis zu 4 mm groß. Sie sind blutsaugende Parasiten mit Beißwerkzeugen und einem Saugrüssel.

Unter den weltweit rund 650-800 Zeckenarten ist der „gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus ) der in unseren Breiten bekannteste Vertreter der Familie der Schildzecken. Schildzecken halten sich meist im Gestrüpp, in hohem Gras oder im Unterholz auf. Sie befinden sich auf Höhe des potentiellen Wirtes und werden abgestreift, wenn dieser durch das (leicht feuchte) Gras wandert.

Ein ebenfalls gut bekannter Vertreter der Gattung der Buntzecken ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), deren Schild bräunlich und weißich marmoriert ist. Forscher der Uni Hohenheim, des deutschen FSME-Konsiliarlabors und des LGA Baden-Württemberg haben kürzlich (Frühling 2017) entdeckt, dass die Auwaldzecke neben diversen anderen Erregern (z.B. babesia caballi/"Hundemalaria") auch Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren (FSME-Viren) übertragen kann. 

Zecken sind meist zwischen März und Oktober aktiv. In Höhen oberhalb von 1000 Metern kommen sie nicht vor. An heißen und trockenen Tagen ist die Zeckengefahr deutlich verringert.

Viele interessante Informationen zu Zecken finden sich in der interaktiven Darstellung bei www.zecken.de.

Zecken sind Blutsauger. Um dieses zu gewinnen, stechen sie oberflächlich in die Haut ihres Wirtes, geben ein Sekret ab, das unter anderem gerinnungshemmend und betäubend wirkt  und „lecken“ das austretende Blut auf. Nach dem Blutsaugen können Zecken bis zu 3 cm groß sein.

Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folge. Zecken können jedoch zum Überträger von Viren und Bakterien werden: sie können  durch ihren Stich die verschiedensten Infektionskrankheiten auf den Menschen und alle möglichen Wirbeltierarten übertragen. Einige Erreger wie FSME-Viren befinden sich in dem Speichel der Zecke. Andere, unter anderem die Spirochäten, die eine Borreliose auslösen, befinden sich in ihrem Darm.

Die Erreger, die sich im Darm einer infizierten Zecke befinden, werden nicht unbedingt sofort, sondern mitunter erst nach einigen Stunden (bei der Borreliose zum Beispiel in der Regel in einem Zeitfenster von 8 bis 24 Stunden nach dem Einstich) auf den Menschen übertragen. Deshalb sollte eine Zecke rasch entfernt werden. Die sich im Speichel einer Zecke befindlichen Erreger hingegen gelangen direkt mit dem Stich in den Körper des Wirtes.

Die richtige Entfernung einer Zecke wird hier gezeigt.

10-30% aller Zecken sind mit dem Borreliose-Erreger infiziert, bis zu 5% der Zecken in Risikogebieten tragen den FSME-Erreger in sich.

Stand: 31. Juli 2018 - 10:52 Uhr

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Grafik oben rechts (Zecke): © Tamara Hoffmann / pixelio.de.