FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus) gehört zu den Flaviviren und wird von Zecken (Schildzecken/Gemeiner Holzbock, Buntzecken/Auwaldzecken) übertragen. In Deutschland ist der Nachweis von FSME-Viren meldepflichtig.

FSME-Risikogebiete

Für die Frühsommer-Meningoenzephalitis existieren Risiko- und Hochrisikogebiete, in denen bis zu 5% der Zecken mit dem Virus infiziert sind. In Deutschland gelten die meisten Landkreise Baden-Württembergs und Bayerns sowie einzelne Kreise in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen als Risikogebiete. Hochrisikogebiete sind der Schwarzwald in Südbaden, die Bergstraße und die Gegend um Passau.

Der heiße und lange Sommer 2018 führte zu einer Zunahme der Zeckenpopulation und FSME-Fälle. Für 2019 hat das Robert Koch-Institut neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen, darunter mit dem niedersächsischen Emsland erstmals auch ein Gebiet in Norddeutschland.

Eine Karte der FSME-Risikogebiete finden Sie hier.

Symptome einer FSME

Bei einem Großteil (ca. 70-90%) der Infizierten verläuft die Infektion unbemerkt, 10-30% der Infizierten erkranken. Nach 7-14 Tagen zeigen sich bei den erkrankten Personen grippeähnliche Symptome und Fieber, die sich jedoch wieder zurückbilden.

Bei wiederum 10% der symptomatischen Patienten kommt es nach ca. einer Woche zu einem erneuten Fiebergipfel. Zudem treten Zeichen einer Hirnhautentzündung auf, die mit sehr starken Kopfschmerzen, Erbrechen und Hirnhautreizung einhergeht und in der Folge zu Lähmungen und Bewusstlosigkeit führen kann. Die Symptome können monatelang anhalten, aber auch dann kann die Krankheit noch völlig ausheilen. In einigen Fällen jedoch bleiben Schäden und Defizite wie Lähmungen, Gleichgewichts- und Hörstörungen, Epilepsien sowie Konzentrationsschwäche zurück. Erkrankte Personen sind nicht ansteckend.

Behandlung einer FSME

Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich. Ist eine Erkrankung eingetreten, werden die Symptome behandelt.

Eine rasche Entfernung der Zecke hilft nicht wirklich, da die FSME-Viren bereits im Moment des Stechens übertragen werden.

FSME-Impfung

Es gibt jedoch eine aktive Impfung als vorbeugende Maßnahme. Sie wird für alle Personen empfohlen, die sich in Risikogebieten aufhalten und durch ihr Verhalten einen Kontakt zu Zecken möglich machen und bei denen somit das Risiko für einen Zeckenstich besteht (z.B. längerer Aufenthalt in Wald und Wiesen).

Der FSME-Impfstoff ist ein Totimpfstoff. Er enthält FSME-Viren, die keine Krankheit mehr auslösen können. Zur Herstellung des Impfstoffs wird das Virus in angebrüteten Hühnereiern vermehrt, anschließend mit Formaldehyd inaktiviert und durch Zentrifugation konzentriert. Der FSME-Impfstoff wird gespritzt.

Wie oft muss man impfen?

Die FSME-Impfung besteht aus drei Injektionen. Die ersten beiden Impfungen werden innerhalb von ein bis drei Monaten verabreicht, die dritte Spritze folgt nach neun bis zwölf Monaten. Der Schutz beginnt in der Regel etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung und hält bei Personen unter 60 Jahren etwa fünf Jahre an. Ältere Menschen sollten schon nach drei Jahren eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Für eine kurzfristige Immunisierung kann man die zweite Impfung schon nach einer Woche geben, die dritte folgt dann zwei Wochen später. Der Impfschutz besteht in diesem Fall erst nach der dritten Impfung und hält nur 12 bis 18 Monate an. Für einen Langzeitschutz von fünf Jahren muss daher nach 12 Monaten eine vierte Impfung erfolgen.

Für die Erhaltung des Impfschutzes genügt nach der Grundimmunisierung eine Impfung alle fünf Jahre.

Impfungen für Kleinkinder?

Die Impfung ist für Kinder ab dem 1. Lebensjahr möglich. Jedoch führt die Immunisierung bei Kindern unter drei Jahren häufiger zu Fieber als bei älteren Kindern. Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) empfiehlt bei ein- oder zweijährigen Kindern die Notwendigkeit einer Impfung mit dem Arzt zu besprechen.

Dem Robert Koch-Institut wurden im Fünfjahreszeitraum von 2001 bis 2005 über 1000 FSME-Fälle gemeldet, hierunter waren nur 21 Kinder, die noch keine fünf Jahre alt waren.

Kinder, die noch keine zwei Jahre alt sind, halten sich für gewöhnlich nicht im Gestrüpp, im hohen Gras oder im Unterholz auf. Ein Zeckenbiss ist daher in dieser Altersgruppe relativ unwahrscheinlich. Ausnahmen sollten mit dem impfenden Kinderarzt besprochen werden.

Weitere Informationen: FSME Impfung für Kinder (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut)

Stand: 28. März 2019 - 12:39 Uhr

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