Zeckenschutz

Zecken können die Erreger von Borreliose und FSME übertragen.

Zecken können die Erreger von Borreliose und FSME übertragen.Zecken stechen bevorzugt in warme, gut durchblutete Hautstellen. Haare und Hautfalten bieten ihnen dabei Stütze und Schutz. Damit eine Zecke sich erst gar nicht auf dem Wirt niederlassen kann, empfehlen sich folgende Vorsichtsmaßnahmen: 

  • Vorsicht vor hohem Gras und Unterholz (vor allem an feuchten Tagen).
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen.
  • Ziehen Sie Ihre Socken über die Hosen. So kann die Zecke nicht am Bein hochkrabbeln.
  • Bevorzugen Sie helle Kleidung. Auf ihr sind die Zecken besser erkennbar und Sie können sie noch vor einem Stich entfernen.
  • Verwenden Sie Zeckenschutzmittel (siehe unten). Diese helfen für einen bestimmten Zeitraum, bieten aber keinen absoluten Schutz.
  • Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Aufenthalten in der Natur nach Zecken ab. Am besten ist es, wenn Sie sich mit einem Partner gegenseitig inspizieren. Besonders gründlich sollten Sie Ihre Arme, Kniekehlen, Genitale, den Hals und Kopfbereich und sämtliche Hautfalten in Augenschein nehmen.

Zeckenschutzmittel (Repellentien)

Den besten Schutz bietet eine Kombination aus den oben genannten Maßnahmen und auf die Haut aufzutragenden Zeckenschutzmitteln (Repellentien).

Im Frühjahr 2017 prüfte Stiftung Warentest insgesamt 14 Mittel, von denen 10 neben dem Zeckenschutz auch Schutz vor Mückenstichen versprechen.

Dabei zeigte sich im Vergleich zu früher (2008 und 2014) durchgeführten Tests, dass sich die Qualität von Zeckenschutzmitteln insgesamt verbessert hat: 10 von 14 im Jahr 2017 getesteten Repellentien wurden als gut befunden; die besten Mittel wehren Zecken 6 Stunden lang zuverlässig ab.

Unter den enthaltenen Wirkstoffen haben sich synthetische Substanzen wie DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid), EBAAP (Ethylbutylacetylaminopropionat) und Icaridin als effektiv erwiesen. Ätherische Öle erwiesen sich als wenig wirksam.

Nebenwirkungen von Zeckenschutzmitteln?

Zeckenschutzmittel können Augen und Schleimhäute reizen und allergische Reaktionen auslösen. Sie sollten daher nicht direkt am Auge, am Mund oder auf Sonnenbrände aufgetragen werden. Auch ein Abwaschen ein Mittel nach dem Aufenthalt in der Natur kann hilfreich sein.

Die Testergebnisse von Stiftung Warentest finden Sie hier.

Weitere Informationen zu den synthetischen Repellents bietet der Allum-Beitrag "Insektenschutzmittel".

Zecken schnell und sicher entfernen

Durch schnelles und sicheres Entfernen einer Zecke kann die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern deutlich reduziert werden. FSME-Viren werden direkt nach dem Stich der Zecke übertragen - bis zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien dauert es hingegen 12-24 Stunden.

Das Infoportal zecken.de liefert eine ausführliche Anleitung zum zuverlässigen Entfernen von Zecken. 

Zeckenstich und Gesetzliche Unfallversicherung

Wann ein Zeckenstich mit nachfolgendender Entwicklung einer Borreliose oder FSME als beruflich bedingter Unfall oder als Berufskrankheit anerkannt werden kann, ist in einer DGUV-Broschüre (Stand: August 2014, S. 11) beschrieben.

Zecken-Gel zur Verhinderung einer Borreliose-Infektion

Vor wenigen Jahren versprach ein Azithromycin-Gel Hilfe gegen Borrelien. In der klinischen Phase-3-Erprobung eries sich das Azithromycin-Gel dann allerdings als unwirksam.

Stand: 7. Juni 2019 - 12:39 Uhr

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Grafik oben rechts (Zecke): © Tamara Hoffmann / pixelio.de.