Verwendung

Asbest

Der Ausstieg aus der Asbesttechnologie in Deutschland ist schrittweise erfolgt. Nachdem 1979 die Verwendung von Spritzasbest mit einem Asbestanteil über 60 Prozent untersagt wurde, kamen 1981 Verwendungsverbote für weitere Asbestprodukte hinzu. 1986 wurde seitens der Internationalen Arbeitsorganisation ein "Übereinkommen über Sicherheit bei der Verwendung von Asbest" formuliert, das in Deutschland 1992 als Gesetz übernommen wurde.

Im Baubereich kamen Asbestzementprodukte mit einem Asbestanteil von ca. 10 – 15% und vor seinem Verbot auch Spritzasbest (Asbestanteil > 60%) zum Einsatz. Im Asbestzement sind die Asbestfasern recht fest gebunden, während dies beim Spritzasbest nicht der Fall ist.

Asbestzement wurde vorwiegend zur Herstellung von Dach-, Fassaden- und Bauplatten (Eternit®, Fulgurit®, Baufanit) sowie von Wasserleitungsrohren, Trennwänden, Fensterbänken, Heizungen und Blumenkästen genutzt. Spritzasbest wurde zu Brandschutzzwecken und zur Hohlraumversiegelung verwendet.

Die Bauindustrie verzichtet seit 1991 weitgehend auf den Einsatz von Asbestprodukten. Gelegentlich finden sich asbesthaltige Produkte noch im Haushalt, obgleich ihre Produktion längst eingestellt wurde. Es geht hier beispielsweise um Hitzeschilde aus Asbestpappe, Schweißpappen für Lötarbeiten, um Fußbodenbeläge mit Asbestunterlage ("Cushion-Vinyl-Fußbodenbelag") oder auch um Fußbodenplatten mit Asbest als Füllstoff (quadratische "Flexplatten" 25x25 oder 30x30 cm) (Stiftung Warentest 2002). Cushion-Vinyl-Produkte wurden auch als Wandbelag verklebt. Asbesthaltige Spachtelmassen oder Fliesenkleber finden sich immerhin noch bei jedem vierten Gebäude, das vor 1995 erbaut wurde.

Nachtspeicheröfen, Haartrockner, Bügeleisen und Toaster älteren Herstellungsdatums können gleichfalls Asbest enthalten. Als grobe Faustregel gilt, dass Nachtspeicheröfen, die nach 1977 hergestellt wurden, wahrscheinlich asbestfrei sind.

Weitere, inzwischen meist obsolete Anwendungen fand Asbest (als Asbestschnur) als Dichtung oder als Docht in Gaslampen oder zur Herstellung von Balkonkästen.

Relativ aktuell ist die Diskussion um den Asbestgehalt in Speckstein, einem Mineral, das in Schulen und Kindergärten zum gestalterischen Arbeiten verwendet wird.

Auch wenn die Verwendung von Asbest verboten ist, gibt es doch zahlreiche „Altlasten“. Vor allem in Häusern der Nachkriegszeit ist noch Asbest verbaut.

Künstliche Mineralfasern

Die wichtigsten Anwendungsgebiete sind die Wärme- und die Schalldämmung, beispielsweise zur Wärmeisolierung von Gebäuden, Rohrleitungen oder Warmwasserspeichern. Hier kommen künstliche Mineralfasern als Vliese, Filze, Matten oder auch als lose Mineralwolle zum Einsatz.

Stand: 22. Januar 2018 - 12:45 Uhr

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