Gesundheitskosten

Eine aktuelle Studie unter der Beteiligung des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig und des AllergieZENTRUMs der Ludwig-Maximilians-Universität in München zeigt, dass eine deutliche Kostenzunahme von schätzungsweise einem Zehntel bis zu einem Viertel der derzeitigen Behandlungskosten zu erwarten ist, wenn die Krankheitshäufigkeit durch eine Ambrosia-Allergie zunimmt.

Aktuelle Sensibilisierungszahlen belegen, dass 12 % aller Pollenallergiker bereits heute neben der bisherigen Pollenallergie zusätzlich von einer Ambrosia-Allergie betroffen sind und in Zukunft bis zu 50 % betroffen sein könnten. Dadurch könnten, auf ganz Deutschland hochgerechnet, Behandlungskosten im Bereich mehrerer Millionen Euro pro Jahr entstehen.

Allergiebedingte Minderleistung bei der Arbeit und Einschränkungen in der Freizeit

Durch die Allergie haben zwei Drittel der Betroffenen während der Allergiezeit Schwierigkeiten im Beruf und in der Freizeit. Mehr als die Hälfte der Befragten schafft dadurch weniger Arbeit und die Einschränkungen nehmen sogar zu, wenn die Tätigkeit anspruchsvoller wird. Gleichzeitig nimmt die Lebensqualität für gut die Hälfte der Allergiker ab, weil sie wegen der Allergie auf Freizeitaktivitäten im Freien verzichten muss.

Eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit liegt im Bundesdurchschnitt bei 16 Tagen mit Grippe, Erkältungen und Rückenschmerzen als Hauptursache. Im Vergleich dazu liegen allergiebedingte Arbeitsausfälle im Bundesdurchschnitt mit 14 Tagen sehr hoch.

Weitere Folgen der Ambrosia-Allergie

Gleichfalls kann von einem Anstieg der Asthmapatienten unter den Allergikern ausgegangen werden. Die Arztbesuche betragen bei mildem Asthma bereits durchschnittlich 9 Tage im Jahr und sind damit doppelt so hoch wie in der Bevölkerung. Gleiches gilt für die stationäre Behandlung, die in der Bevölkerung durchschnittlich 5 Tage beträgt. Wenn das Asthma schwerwiegender wird, werden dementsprechend die Kosten aufgrund der Allergie zusätzlich steigen.

Eigenleistung der Betroffenen

Betroffene zahlen bis zu mehrere Hundert Euro jährlich, um die Beschwerden zu lindern (Selbstmedikation, Arzneimittelzuzahlungen etc.) bzw. Vorsorge zu treffen (Pollenfilter im Auto, Pollenschutzgitter an Fenstern etc.). Zusätzlich sind laut einer Umfrage mehr als ein Drittel der betroffenen Ambrosia-Allergiker bereit, die Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie finanziell zu unterstützen, um die Beifuß-Ambrosie einzudämmen.

In Zukunft

Da die nur in Süddeutschland durchgeführte Studie ausschließlich besonders allergiekranke Personen, die in der Regel eine Polysensibilisierung besitzen, berücksichtigte, sind weitere umfangreichere Studien nötig, die

  • unterschiedlich belastete Regionen in ganz Deutschland abdecken,
  • eine Kontrollgruppe verwenden,
  • nur Pollenallergiker umfasst, die ausschließlich auf Ambrosia allergisch sind,
  • Bezug ausschließlich zu Pollenallergiker ohne Ambrosia-Allergie nimmt und
  • keinen Bezug auf Personen mit Allergien im Allgemeinen nimmt.

Stand: 6. Juli 2016 - 13:33 Uhr

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