Verbreitung und Standortmeldungen

Inzwischen hat sich die Beifuß-Ambrosie auch in Europa massiv verbreitet. Die Klimaerwärmung und der stetig zunehmende internationale Warenverkehr spielen hierbei vermutlich eine Rolle (vgl. Deutsche Anpassungsstrategie zum Klimawandel).

Die Beifuß-Ambrosie ist nur in den Tieflagen bis maximal 400 Meter Seehöhe anzutreffen und benötigt ausreichend Niederschläge im Sommer. Deshalb wächst sie nicht im Mittelmeerraum und in den Alpen.

In Deutschland gibt es mittlerweile größere Bestände der Beifuß-Ambrosie, insbesondere im Süden. Im Bundesland Brandenburg findet sie sich beinahe flächendeckend. In Bayern ist allerdings eine leicht rückläufige Tendenz zu beobachten (von Straßenrändern abgesehen).

Die Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie könnte zukünftig massive Probleme für Allergiker mit sich bringen und die Zahl der Sensibilisierungen erhöhen. Um eine Zunahme der volkswirtschaftlichen Schäden durch Krankheitskosten und Bekämpfungsmaßnahmen zu vermeiden, muss die weitere Ausbreitung in Deutschland verhindert werden.

Das Wissen über die Ausbreitungswege und Bestände der Beifuß-Ambrosie in Deutschland ist jedoch zurzeit noch rar. Die Pflanze vermehrt sich ausschließlich über Samen, die jedoch im Boden 30-40 Jahre überleben können. Das macht die Pflanze sehr widerstandsfähig. Dort, wo sich die Beifuß-Ambrosie einmal angesiedelt hat, ist der Standort noch lange kontaminiert.

Eine Ausbreitung der Samen geschieht hauptsächlich auf folgenden Wegen:

  • über kurze Strecken durch den Wind
  • durch kontaminiertes Erdmaterial
  • durch kontaminiertes Vogelfutter und Saatgut
  • über Autos und Nutzfahrzeuge und auf den Tragflächen von Flugzeugen

Die Zeitschrift Öko-Test sieht hauptsächlich in dem kontaminierten Vogelfutter eine Gefahr. Insbesondere Sonnenblumenkerne aus Ländern, in denen sich die Ambrosie bereits ausgebreitet hat (wie beispielsweise Ungarn) werden bei der Ernte kontaminiert und in deutsche Gärten eingebracht. Öko-Test untersuchte nun 18 Produkte zur Vogelfütterung. Lediglich drei davon waren frei von Ambrosia. Viele Hersteller sind sich jedoch der Problematik bewusst und entwickeln zusätzliche Qualitätskontrollen (Öko-Test 2007).

Die Beifuß-Ambrosie besiedelt vermutlich insbesondere Hausgärten, Blumenfelder, Baustellen, Ackerränder, offene Böden, Straßenränder und Bahnlinien. Sie benötigt viel Licht und Wärme, aber auch Niederschläge.

Eine Übersicht, wo die Beifuß-Ambrosie verbreitet ist, bietet diese Karte.

Standortmeldungen

Informieren Sie auf jeden Fall die zuständigen Behörden, wenn Sie einen größeren Bestand von Beifuß-Ambrosien finden. Dies können Sie auf der Internetseite des Julius-Kühn-Instituts online tun. Auch auf der Internetseite www.ambrosiainfo.de gibt es ein Meldeformular.

Stand: 6. Juli 2016 - 13:29 Uhr

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