Kurzportraits der wichtigsten Schädlinge

Erfahrungsgemäß treten im Haushalt immer wieder die selben Schädlinge auf. Die wichtigsten sollen nachfolgend kurz beschrieben werden.

Ameise (Wegameise)
Ameise (Wegameise)
Bildquelle: Jürg Adler / pixelio.de.

Aussehen und Eigenschaften:

2,5 – 4 mm groß, gelblich-braun bis schwarz-braun. Der Ameisenkörper ist dreigeteilt (Kopf, Brustsegment und Hinterleib).

Vorkommen, befallenes Gut:
Ameisen haben ihre Nester meist außerhalb der Wohnung.
Sie werden durch zuckerhaltige Lebensmittel angelockt.
Schäden:

Fraßschaden, Verunreinigung der Nahrung durch festklebende Tiere.

Bekämpfung:

Eintrittswege versperren und abdichten. Chemische Bekämpfung mit speziellen Ameisenmitteln. Bekämpfung mit Boraxlösung.

 
 

Fruchtfliegen (Essigfliegen, Taufliegen)
Fruchtfliegen (Essigfliegen, Taufliegen)
© von André Karwath aka Aka (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Aussehen und Eigenschaften:

Die Larve ist eine kopf- und schwanzlose Made, 5-6 mm lang. Erwachsene Tiere sind 2-4 mm lang, schwarz, dunkelbraun oder gelb gefärbt.

Vorkommen, befallenes Gut:

Obst und Gemüse, vor allem wenn das Obst überreif ist; Bier und Wein.

Schäden:
Übertragung von Mikroorganismen
Bekämpfung:

Sauberkeit, schnelle Entsorgung von Abfällen, Mülleimer mit Deckel, Mülleimer vor allem im Sommer häufig leeren, Lebensmittel mit Folie abdecken.

 
 
Fliegen
Fliegen
© Amada44 [Public domain]
Aussehen und Eigenschaften:
Eier gelblich-weiß, länglich.
Larven sind weißliche Maden, bis 10 mm lang

Erwachsene Tiere sind die bekannten Fliegen, gescheckt, gold-grün oder dunkelblau bis schwarz

Vorkommen, befallenes Gut:

Fleisch, Fleischwaren, Fisch, Käse sowie in Zersetzung befindliche Substanzen. Im Freiland kommen sie vor allem auf Aas und Exkrementen vor. Eiablage in Klumpen.

Schäden:

Fraß, Verunreinigung von Lebensmitteln, Übertragung von Krankheitserregern und lebensmittelzersetzenden Bakterien und Pilzen, Belästigung.

Bekämpfung:

Gefährdete Lebensmittel gut abdecken, in der Nähe von Stallungen die Fenster mit Fliegengittern versehen, eventuell Fliegenklebefallen aufhängen.

 
 
Getreide­plattkäfer
Getreideplattkäfer
von Clemson University - USDA Cooperative
Extension Slide Series, Bugwood.org
[CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Aussehen und Eigenschaften:
Larven gelblich glänzend, bis 4 mm groß.
Käfer braun, flach und dünn, bis 3 mm lang.
Vorkommen, befallenes Gut:

Getreideprodukte, Müsli, Nudeln, andere Teigwaren, Nüsse, Mandeln, kohlenhydratreiche Produkte

Schäden:
Fraßschaden an Lebensmitteln durch Larven und Käfer
Bekämpfung:

Befallene Lebensmittel sollten entsorgt werden. Handelt es sich nur um einen leichten Befall, können die Käfer durch Einfrieren (mindestens einen Tag) oder Erhitzen (im Backofen für 2 Stunden auf 80°C) abgetötet werden.

 
 
Mehlkäfer
Mehlwurm
von Mnolf (Photo taken in Rum, Tirol, Austria)
[GFDL, CC-BY-SA-3.0 oder CC BY-SA 2.0],
via Wikimedia Commons

Mehlkäfer
@entomart

Aussehen und Eigenschaften:
Larven gelblichbraun, bis 20 mm = Mehlwürmer
Käfer schwarz-braun, bis 18 mm
Vorkommen, befallenes Gut:

Vor allem Mehl und Getreideprodukte, aber auch viele andere tierische und pflanzliche Produkte, Mehl wird klumpig, riecht muffig

Schäden:
Fraß an Lebensmitteln und morschem Holz
Bekämpfung:

Das befallene Lebensmittel sollte sofort entsorgt werden. Frei fliegende Mehlkäfer in der Wohnung können mit pyrethroidhaltigen Insektiziden bekämpft werden. Bei starkem Befall ist es ratsam, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.

 
 
Kleidermotte
Kleidermotte
By Olaf Leillinger (Own work) [CC BY-SA 2.5 or GFDL],
via Wikimedia Commons
Aussehen und Eigenschaften:

Die Kleidermotte ist ein Nachtfalter mit weiter Verbreitung. Die Flügel der etwa 6-9 mm großen Falter sind hellgelb bis dunkelbraun glänzend.

Vorkommen, befallenes Gut:

Kleidung, Felle, Federn und Textilien aller Art, den größten Schaden verursachen die Raupen. Die Mottenweibchen legen bis zu 250 Eier in den Textilien ab.

Schäden:

Die betroffenen Gewebe sind mit reichlich Löchern durchzogen.

Bekämpfung:

Kleidung kühl und trocken aufbewahren. Kleiderschränke regelmäßig staubsaugen. Chemische Abwehr durch Mottenpapier, ggf. auch durch ätherische Öle und Zedern/Zirbelkiefer oder Niembaumholz. Befallene Textilien waschen oder in das Gefrierfach legen (3 Tage).

 
 

Küchenschabe, Kakerlake (Deutsche Schabe, Schwabenkäfer, gemeine Küchenschabe)
Küchenschabe, Kakerlake (Deutsche Schabe, Schwabenkäfer, gemeine Küchenschabe)
By CDC [Public domain], via Wikimedia Commons

Aussehen und Eigenschaften:

Ausgewachsene Schaben sind 13 – 16 mm lang und hell- bis dunkelbraun gefärbt. Tagsüber sind Schwaben schwer zu entdecken, sie sind nachtaktiv, sehr lichtscheu. (Sammelbegriff: Küchenschabe = deutsche Schabe + Schwabenkäfer + gemeine Küchenschabe).

Vorkommen, befallenes Gut:

Vor allem saftreiche, weiche pflanzliche Produkte, aber auch Abfälle, Aas und andere Produkte tierischer Herkunft, weiche faulende Materialien (Gewebe, Leder, Papier).

Schäden:

Übler Geruch (Ausscheidungen durch Stinkdrüsen), Fraßschäden an Vorräten und verschiedenen Materialien, Verunreinigungen, Übertragung von Mikroorganismen (vorratsschädigende und krankheitserregende Bakterien, Pilze und Parasiten).

Bekämpfung:
Bekämpfung schwierig, da sehr verborgen lebend, meist im ganzen Haus vorkommend, Bekämpfungsaktionen müssen immer den ganzen befallenen Bereich erfassen und sollten nur von einer professionellen Schädlingsbekämpfungsfirma durchgeführt werden. Fugen abdichten, keine Essensreste offen stehen oder auf dem Boden liegen lassen, Abfälle laufend entsorgen, Köderdosen mit Lockstoffen aufstellen, etwa 3 Monate stehen lassen, damit auch Jungtiere erfasst werden.
 
 
Bettwanzen
Bettwanzen
von "CDC/ Donated by the World Health Organization, Geneva, Switzerland." [Public domain], via Wikimedia Commons
Aussehen und Eigenschaften:

bis 7 mm lang, rostrot bis dunkelbraun gefärbt. Der Körper ist mit einem dichten Haarkleid bedeckt. Beine und Fühler sind gelblich. Der Körper ist sehr flach, nicht flugfähig, Bettwanzen sind nachtaktiv. In von Wanzen befallenen Zimmern herrscht ein süßlicher Geruch.

Seit einiger Zeit werden die Tiere vor allem in Hotels wieder vermehrt festgestellt.

Vorkommen, befallenes Gut:

Nur im Wohnbereich des Menschen, blutsaugend. Leben in schmalen Spalten, Hohlräumen, Bettgestellen, zwischen Matratzen, in Spalten von Bettkästen aber auch in Bohrlöchern, hinter Tapeten und Lichtschaltern und vielen anderen Ritzen. In der Umgebung der Verstecke sieht man häufig kleine, rundliche Kotflecke. Verstecken sich auch im Gepäck und können so von Urlaubsreisen mit eingeschleppt werden.

Schäden:

Die Larven und Wanzen sind Blutsauger. Die Stichwunden können stark jucken und sich entzünden.

Bekämpfung:

Bekämpfungsmaßnahmen können nur von einem professionellen Schädlingsbekämpfer vorgenommen werden. Als erste Schutzmaßnahmen können ein gründliches Ausfegen des Bettes und die Verwendung eines Moskitonetzes helfen.

 
 
Silberfischchen
Silberfischchen
von Sebastian Stabinger [GFDL], via Wikimedia Commons
Aussehen und Eigenschaften:

7–11mm langes, flügelloses Insekt, Körper mit silberglänzenden Schuppen bedeckt, 3 Schwanzanhänge. Eier: zuerst weiß, später bräunlich, länglich oval 1.5 x 1.0 mm. Larven: Aussehen wie Elterntiere nur kleiner. Das Weibchen legt im April bis August bis zu 100 Eier in Ritzen und Fugen.

Vorkommen, befallenes Gut:

Lichtscheu, halten sich tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Futtersuche bei Nacht, bevorzugen warme und feuchte Lebensräume. Befallen stärke- und zuckerhaltige Stoffe wie Mehl, Grieß, Haferflocken, Mehlkleister, daher auch Massenauftreten bei geklebten Papiersäcken oder Schachteln, geklebten Tapeten.

Schäden:
Kotspuren
Bekämpfung:

Natürliche Feinde sind Spinnen. Beseitigung der Versteckmöglichkeiten durch Verschließen von Fugen und Ritzen mit anorganischem Material wie Silikon. Trocknung der Räume und Beseitigung der Feuchtstellen.

 
 
Teppichkäfer
Teppichkäfer

Bildquelle: Dr. M. Felke / Institut für Schädlingskunde
 
Aussehen und Eigenschaften:

3 bis 4 mm großer, ovaler Käfer. Larven werden bis zu 5 mm lang, sind schwarzbraun und behaart. Am Körperende besitzen sie sog. Pfeilhaare, die abrechen können.

Der Käfer ist ein Blütensucher, kein Schädling. Nur die Larve benötigt Keratin.

Vorkommen, befallenes Gut:

Bettkästen, Kleiderschränke. Befallen Teppiche, Felle, Pelze, Textilien oder Tierpräparate

Schäden:

Unregelmäßige Löcher, ähneln den Fraßschäden von Kleidermotten.

Bekämpfung:

Mit pyrethroidhaltigen Insektenvernichtungsmitteln, die Bekämpfung sollte ein professioneller Schädlingsbekämpfer ausführen.

 
 
Holzwurm
Holzwurm
By KaiMartin [GFDL], via Wikimedia Commons
Aussehen und Eigenschaften:

Larven = „Holzwürmer“ werden bis 6 mm lang, gelb-weißlich. Daraus entschlüpft nach 2-3 Jahren der gewöhnliche Nagekäfer. 

Vorkommen, befallenes Gut:

Vorwiegend im Holz: feuchte Dachstühle, Tür- und Fensterrahmen sowie Holzfußböden, kann wertvolle Holzgegenstände wie Skulpturen oder Möbel völlig vernichten.

Der Holzwurm bevorzugt eher feuchtes Holz. Kernholz wird nur selten angegriffen.

Schäden:
Kreisrunde Bohrlöcher.
Bekämpfung:

Wohnung trocken halten, Bekämpfung mit Borsäure und Borax, fachmännischer Rat sinnvoll.

 
 

Ratten und Mäuse

Ratte
Bildquelle: Dieter Rycek / pixelio.de.
Maus
Bildquelle: Hein Glück / pixelio.de.

  

 

Aussehen und Eigenschaften:

Aussehen allgemein bekannt. Kot der Ratte etwa 2 cm lang, 4–5 mm Durchmesser, eine Seite spitz ausgezogen. Kot der Hausmaus etwa 3–6 mm lang und 2–3 mm Durchmesser.

Vorkommen, befallenes Gut:
Lebensmittel aller Art
Schäden:

Fraßschäden, Verunreinigungen durch Kot, Urin, Haare. Übertragung von Krankheitserregern, Materialschäden.

Bekämpfung:

Mause- bzw. Rattenfallen. Bekämpfung mit Ködermitteln. Vorsicht: Gift nur an Stellen auslegen, die für Kinder und Haustiere sicher nicht erreichbar sind!!! Bei starkem Befall Schädlingsbekämpfer hinzuziehen.

Stand: 21. Juni 2019 - 12:11 Uhr

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