Allergiegefährdung durch Birkenfeigenallergene

Innerhalb der Ficusarten haben die Sorten mit vielen kleinen Blättern stärkere Allergene.

Eine Typ I-Allergie gegen Birkenfeige wurde zunächst im Rahmen von Berufsallergien bei Gärtnern und Floristen beobachtet (Axelsson 1985).

Durch die ausgeprägte berufsbedingte Belastung mit Birkenfeigenallergenen haben Gärtner und Floristen das höchste Risiko einer Sensibilisierung. In den Untersuchungen von Axelsson (Axelsson 1987a, Axelsson 1995) sind circa ein Viertel der Beschäftigten dieser Berufsgruppen sensibilisiert, d.h. sie haben IgE-Antikörper gegen Birkenfeigen. Bei den meisten dieser Sensibilisierten traten Beschwerden eines allergischen Schnupfens und einer Bindehautentzündung (allergische Rhinokonjunktivitis) auf.

Neben der beruflichen Allergenbelastung haben Menschen mit einer verstärkten Allergieneigung und Patienten mit allergischen Erkrankungen (Atopiker) ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Birkenfeigen-Sensibilisierung. 359 Patienten einer Allergieklinik in Schweden, die Symptome einer Atemwegsallergie aufwiesen, wurden auf eine Birkenfeigen-Allergie untersucht. 56% waren Allergiker und ca. die Hälfte von ihnen hatte Kontakt mit Birkenfeigen. 13 dieser Patienten wiesen einen positiven Pricktest und RAST-Test auf Birkenfeigen-Allergene auf.

Für circa 6 Prozent der Allergiepatienten, die mit Birkenfeigen Kontakt haben, errechneten die Autoren ein Risiko, dadurch sensibilisiert zu werden. Ungefähr die Hälfte dieser Patienten entwickeln durch diese Sensibilisierung auch Allergiesymptome (Axelsson 1987b).

Auch Bircher fand in seiner Untersuchung bei 146 Patienten seiner Klinik in der Schweiz in 7,6 Prozent positive Reaktionen auf Birkenfeige (Bircher 1993, 1995). Wiederum 50 Prozent dieser Patienten hatten auch Symptome (Rhinokonjunktivitis, Asthma, Gesichtsödeme und Kontakturtikaria (Hautquaddeln durch Allergenkontakt) (Bircher 1993).

Birkenfeige- und Naturlatexallergie

Brehler konnte in seiner Untersuchung bei 346 Patienten einer Allergieklinik bei 23 (6,6 Prozent) eine Sensibilisierung gegen Ficus-Allergene nachweisen. 13 davon waren ebenfalls auf Naturlatex sensibilisiert, 10 (2,8 Prozent) nur auf Birkenfeige, nicht auf Naturlatex. 6 dieser 10 Patienten wiesen eine Birkenfeigenallergie mit Symptomen einer Rhinokonjunktivitis, Asthma oder Kontakturtikaria auf (Brehler 1998).

Die Mehrzahl der Patienten mit Sensibilisierung gegen Birkenfeigen hatte eine Vorgeschichte mit Allergien (75 Prozent der nur gegen Ficus bzw. 92 Prozent der gegen Ficus und Naturlatex Sensibilisierten). Die nur gegen Birkenfeigen sensibilisierten Patienten waren alle Frauen (Brehler 1998).

Stand: 14. August 2019 - 11:12 Uhr

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