Blei im Trinkwasser

Trinkwasser gehört zu unseren am besten überwachten Lebensmitteln. Allerdings kann es auf dem Weg vom Wasserwerk zum Verbraucher durch Bleirohre im Hauswasseranschluss oder in der Hauswasserinstallation eine erhebliche Verschlechterung seiner Qualität erleiden.

Erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser kommen nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest vom März 2010 gelegentlich noch in unsanierten Altbauten vor allem im Norden und Osten von Deutschland vor. Im süddeutschen Raum ist dies selten. Dort werden seit über 100 Jahren keine Bleirohre mehr verlegt.

Blei im Trinkwasser

Quelle: Stiftung Warentest (Zs. TEST vom März 2010, Link: www.test.de/Weltwassertag-Blei-muss-verschwinden-1847232-0/)

Die wesentlich längere Verwendung in Norddeutschland beruhte auf der irrigen Annahme, dass hartes kalkhaltiges Wasser die Bleirohre von innen mit einer Kalkschicht auskleiden und die Bleibelastung verringern würde. Inzwischen weiß man das besser, denn in Häusern, die nach 1973 errichtet wurden, wurden Bleirohre nicht mehr verwendet.

Bleirohre geben bereits nach kurzen Stagnationszeiten Blei an das Wasser ab, insbesondere in Verbindung mit weichem und saurem Wasser. Darüber hinaus können sich bleihaltige Partikel von der Rohrwand lösen und gleichfalls die Bleikonzentration im Trinkwasser erhöhen.

Manchmal sind es auch bleilässige Mischbatterien auf Messingbasis oder auch nur kurze bleihaltige Verbindungsstücke, die das Trinkwasser mit Blei belasten. Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink, es kann aber geringe Anteile (wenige Prozent) an Blei enthalten.

Schließlich kann es auch vorkommen, dass neu verlegte Kupferrohre zur Trinkwasserversorgung aus Unkenntnis oder Ignoranz mit bleihaltigem Lot verbunden wurden.

Stand: 6. März 2018 - 11:09 Uhr

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Stiftung Warentest (Zs. TEST vom März 2010, Link: www.test.de/Weltwassertag-Blei-muss-verschwinden-1847232-0/)