Analytik und Biomonitoring

Analytik von Blei im Trinkwasser

Blei ist bereits in kleinen Mengen schädlich - Kinder sind besonders gefährdet.Der Bleigehalt im Trinkwasser kann in entsprechend ausgerüsteten Labors bestimmt werden. Vor der Probennahme sollte das Wasser mehrere Stunden in der Leitung gestanden haben ("Stagnationswasser"). Die Kosten belaufen sich, falls die Probennahme durch den Betroffenen selbst erfolgt, auf etwa 15 Euro.

Im Rahmen des "Kinder-Umwelt-Surveys (KUS)" wurden verschiedene Schwermetalle im Trinkwasser, darunter auch Blei, bestimmt (Umweltbundesamt 2008).

In Niedersachsen lief bis 2014 ein "Bleiprojekt". Mit Unterstützung des Niedersächsischen Landesamtes für Gesundheit in Hannover und der örtlichen Gesundheitsämter sollte damit für die Sanierung der Bleirohre geworben werden, die seit Ende 2013 ohnehin unumgänglich ist. Für Privathaushalte, in denen junge Frauen und Familien mit Kindern leben, wurde eine kostenfreie Trinkwasseruntersuchung auf Blei angeboten. Voraussetzung war allerdings, daß das Wohngebäude vor 1974 errichtet wurde. Aktuelle Informationen (Stand: Sommer 2018) des Nds. LGA zur Untersuchtung von Trinkwasser auf seinen Bleigehalt finden sich hier

Biomonitoring

Zur Klärung der Frage, ob eine Bleibelastung des Trinkwassers zu einer Belastung des Körpers geführt hat, ist die Bleibestimmung im Blut am besten geeignet und ist Messungen im Urin vorzuziehen. Die Bestimmung erfolgt im Vollblut, da etwa 95 Prozent des im Blut vorkommenden Bleis an die Membran der roten Blutkörperchen gebunden sind. Venenblut ist für die Untersuchung besser geeignet als Kapillarblut. Die persönlichen Messwerte können sowohl mit Referenzwerten als auch mit sogenannten Human-Biomonitoring-Werten verglichen werden. Einzelheiten hierzu sind im Informationstext "Blei" enthalten.

Grenzwerte/ Richtwerte

Blei gehört zu den Umweltschadstoffen, für die keine unschädliche untere Grenze gefunden wurde. Die "akzeptablen" Grenzwerte sind in den vergangenen Jahren wiederholt nach unten korrigiert worden. Am besten wird dies an der im Trinkwasser zulässigen Bleikonzentration deutlich: der bis 2002 gültige Bleigrenzwert von 0,04 Milligramm pro Liter wurde im Jahr 2003 auf 0,025 Milligramm pro Liter abgesenkt.

In der aktuellen Fassung der Trinkwasserverordnung darf seit Dezember 2013 der Bleigehalt in einer Wasserprobe 0.01 Milligramm Blei pro Liter nicht übersteigen. Umweltmediziner halten diesen Wert für immer noch zu hoch.

Stand: 17. August 2020 - 11:59 Uhr

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