Flavonoide

FlavonoideFlavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe und damit Bestandteil der menschlichen Ernährung. Sie sind in Pflanzen universell verbreitet und fungieren als Farbstoff. Den Pflanzen dienen sie aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften jedoch hauptsächlich zum Schutz vor Infektionen.

Chemische Struktur der Flavonoide

Als Polyphenole bestehen Flavonoide aus einem Ringsystem. Der C-Ring verbindet die aromatischen Ringe A und B (siehe Abbildung des Grundgerüstes unterhalb).

Anhand struktureller Unterschiede am C-Ring lassen sich Flavonoide in verschiedene Untergruppen einteilen, wie z.B. Chalkone, Flavonole, Flavone und Isoflavone.  

Flavonoide

Vorkommen

In der unten stehenden Tabelle finden sich für vier Untergruppen der Flavonoide beispielhaft jeweils drei Lebensmittel, in denen sie vorkommen.

Untergruppe Flavonoide

Vorkommen

Chalkone

Äpfel

Tomaten

Orangen

Flavonole

Zwiebeln

Buchweizen

Tee

Flavone

Sellerie

Chicoree

Weizen

Isoflavone

Soja

Rotklee

Kichererbsen

 Eigene Darstellung nach G. Jacobasch (2013).

Der Flavonoidgehalt von Pflanzen ist abhängig von der Sorte, der Jahreszeit der Ernte und dem Klima. Flavonoide befinden sich überwiegend in den Randschichten der Pflanzen bzw. Früchte. Daher besteht auch die Empfehlung Äpfel nicht zu schälen. Im Apfelsaft geht der Anteil an Flavonoiden vollständig verloren.

Wirkung und Verwendung

Flavonoiden werden zahlreiche gesundheitsförderliche Eigenschaften zugeschrieben: Antimikrobiell, antifungizid, antikarzinogen, kardiovaskuläre Schutzwirkung, beschleunigte Wundheilung, schmerzlindernd, blutdrucksenkend, Linderung von Magen-Darm-Beschwerden u.v.m.

Aufgrund dessen werden sie auch in Arzneimitteln eingesetzt. Noch bevor die Menschen die Wirkung der Flavonoide nutzten, griffen Tiere darauf zurück.

Mit einem Flavonoidgemisch bestreichen Bienen ihren Eingang, sodass jede Biene sich vor dem Eintreten desinfizieren kann. Dieses Gemisch wird auch als Propolis (griechisch: pro „vor“ und pólis „Stadt“) bezeichnet, welches auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird.

Unerwünschte toxische Wirkungen sind beim Menschen in Bezug auf Flavonoide nicht bekannt. Im Tierversuch wurde keine kanzerogene Wirkung nachgewiesen, allerdings sind für einige Verbindungen in Laboruntersuchungen mutagene und genotoxische Wirkungen festgestellt worden.

Kritisiert wird der Einsatz von isolierten Isoflavonen in Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu mehr auf der nächsten Seite „Isolierte Isoflavone in Nahrungsergänzungsmitteln“.

Empfehlungen

Um die gesundheitsförderlichen und präventiven Effekte der Flavonoide in der Nahrung bestmöglich zu nutzen, sollte eine kontinuierliche Zufuhr von Flavonoiden über ein breites Spektrum erfolgen. Wie unter dem Abschnitt „Vorkommen“ erläutert, finden sich verschiedene Untergruppen von Flavonoiden in unterschiedlichen Lebensmitteln.

Daher sollte möglichst auf alle Quellen (Gemüse, Obst, Getreidearten, Früchte, Tee und Bitterschokolade) zurückgegriffen werden.

Auch in der Therapie werden Flavonoide eingesetzt. Bestimmte Flavonoide sind in der Lage die Wirkung von Antibiotika zu steigern.

Aufgrund ihrer protektiven Wirkung sind Flavonoide auch für den Einsatz in der Pflanzen- und Tierproduktion geeignet. Im Gegensatz zu Antibiotika werden bei Flavonoiden keine Resistenzen entwickelt.

Stand: 26. August 2018 - 19:36 Uhr

Autor/en: