Biomonitoring

Animation:
Schadstoffverteilung am Beispiel PCP
Animation: Schadstoffverteilung am Beispiel PCP
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Nachweis von Holzschutzmitteln im Körper

Bevor man Körperflüssigkeiten und -gewebe auf Schadstoffe untersuchen lässt, ist es ratsam, sich über Sinn und Zweck eines solchen Biomonitorings Klarheit zu verschaffen.

Wichtig ist zum einen der zeitliche Aspekt: lange zurückliegende Belastungen mit Holzschutzmitteln lassen sich vielfach nicht mehr feststellen, weil die betreffenden Stoffe vom Körper bereits verstoffwechselt und wieder ausgeschieden wurden. PCP, einer der bekanntesten Inhaltsstoffe in Holzschutzmitteln, hat eine Halbwertzeit von nur wenigen Wochen. Lösemittel werden innerhalb von Minuten bis Stunden ausgeatmet, verstoffwechselt und ausgeschieden. Ein Biomonitoring ist also nur dann sinnvoll, wenn die Belastung noch andauert.

Zudem sollten weitere mögliche Aufnahmewege (Expositionspfade) berücksichtigt werden: Manche der in Holzschutzmitteln eingesetzten Umweltschadstoffe kommen auch in der Nahrung vor. Es kann sein, dass die Aufnahme dieser Stoffe über die Nahrung mengenmäßig gleichwertig oder sogar bedeutsamer ist als die Aufnahme über die (holzschutzmittelbelastete) Luft.

Es sind auch Einzelfälle bekannt geworden, in denen Holzschutzmittel überhaupt keine Rolle spielten und stattdessen Bedarfsgegenstände (meist Lederbekleidung) als Ursache für eine PCP-Belastung ermittelt werden konnten. Ein Biomonitoring fördert in diesen Fällen die Kommunikation über das tatsächliche Ausmaß des Gesundheitsrisikos. Zudem versachlicht es die eigene Wahrnehmung der holzschutzmittelbedingten Zusatzbelastung.

Es sollte auch überlegt werden, wozu die Biomonitoring-Untersuchung dienen soll:

  • zur Erkennung besonders belasteter Einzelpersonen,
  • als Hilfsmittel bei der Diagnosestellung,
  • als Therapiekontrolle,
  • zur Abschätzung eines gesundheitlichen Risikos oder
  • als Mittel zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen?

Schließlich ist zu bedenken, dass Biomonitoring-Untersuchungen oft nur eine Momentaufnahme der Belastungssituation im Körper liefern, die tageszeitlichen Schwankungen unterworfen sein mag. Unter bestimmten Bedingungen sind also Messungen in zeitlichen Abständen erforderlich, um einen Trend zu erkennen.

Die gemeinnützige Kinderumwelt GmbH hat im März 2011 eine wissenschaftliche Animation zum Biomonitoring erstellt.

Aufgrund der stofflichen Vielfalt von Holzschutzmittelinhaltsstoffen können an dieser Stelle keine Hinweise zum Biomonitoring bei Einzelschadstoffen gegeben werden, stattdessen wird auf die entsprechenden Datenblätter und auf das Biozid-Portal des Umweltbundesamtes verwiesen.

Weiterführende Informationen: siehe "Schädlingsbekämpfungsmittel" und "Humanbiomonitoring".

Stand: 20. August 2019 - 18:57 Uhr

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