Linoleumböden und Kolophoniumallergie

Herstellung von Lineoleumböden

Linoleum besteht vor allem aus pflanzlichem Leinöl. Daneben kommt das Naturharz Kolophonium zum Einsatz. Ein Gemisch aus ca. 80 Prozent Leinöl und 20 Prozent Harzen wird rund 20 bis 24 Stunden verkocht und so vorpolymerisiert.

Als Zusätze dienen geringe Mengen an Calcium, Eisen oder Mangansalzen. Der Linoleumzement wird abschließend mit Holz- und Korkmehl, Kreide und anderen mineralischen Füllstoffen sowie Farbpigmenten vermischt. Die Mischung wird auf ein Jutegewebe aufgewalzt und die so erhaltenen Bahnen für zwei bis vier Wochen bei 100 Grad Celsius zur Aushärtung gelagert. Um die Pflege zu erleichtern, wird die Oberfläche mit wäßrigen Acrylatmischungen bestrichen. Daneben gibt es aber auch einen Linoleumboden, dessen Oberfläche unbehandelt ist und nach dem Einbau geölt und gewachst werden muss, damit er widerstandsfähiger und beständiger ist.

Linoleum hat viele gute Eigenschaften.

Ist ein Linoleumboden ein Risiko bei Kolophoniumallergie?

In der Literatur findet sich zu Allergien und Linoleum nur wenig. Aushärtung und Versiegelung reduzieren das Risiko für die Freisetzung von Kolophonium aus dem Boden. Meist gibt es Berichte von Problemen durch Ausgasungen und Luftbelastungen durch die Versiegelungen (Malmberg 2000) bei nicht ausreichender Lüftung (Kimmel 2000). Es gibt einen Fallbericht einer Frau mit Kolophoniumallergie, bei der es durch den kolophoniumhaltigen Linoleumfußboden zu einer Verschlechterung eines Gesichtsekzems kam (Karlberg 1996). Somit ist eine Reaktion nicht völlig auszuschließen, aber sicher sehr selten, da sonst mehr Berichte und Daten zu finden wären.

Hygiene-Pads

Ein weiterer in der Fachliteratur beschriebener Fall einer kolophoniumassoziierten Kontaktdermatitis betrifft Damenbinden (Wujanto et al. 2012).

Stand: 25. Oktober 2016 - 10:58 Uhr

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