Legionellen

Verbreitung und Häufigkeit von Legionellen

Legionellen können sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser überleben und sich vermehren.

Legionellen (Legionella pneumophila) sind stäbchenförmige Bakterien, die weltweit insbesondere in feuchten Umgebungen und Gewässern vorkommen. Sie können sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser überleben und sich vermehren.

Legionellen lassen sich in einer geringen Anzahl auch im Grundwasser nachweisen. Sie haben eine Länge von etwa 2-5 µm und einen Durchmesser von etwa 0,5-0,8 µm.

Bis zu einer Temperatur von 20 °C vermehren sie sich nur langsam. Zwischen 30 °C und 45 °C herrschen für sie optimale Bedingungen. Ab etwa 50 °C ist die Vermehrung deutlich vermindert und ab etwa 55 °C ist diese nicht mehr möglich. Eine Abtötung der Legionellen findet ab einer Temperatur von etwa 60 °C statt.

Damit sich die Legionellen vermehren können, nutzen sie unter anderem Wuchsbeläge oder Biofilme, die sich insbesondere bei großen Wasseroberflächen bilden. Legionellen sind in diesen Biofilmen auch vor einer Bekämpfung durch Desinfektionsmittel geschützt.

In den Biofilmen leben auch Amöben, die Legionellen fressen. Da diese für sie jedoch nicht verdaulich sind, können sich die Legionellen auch dort weiter vermehren. Über Amöben können Legionellen in die Lunge eines Menschen gelangen und zu einer Legionellose führen.


 

Zusätzliche Informationen: 

Legionellen wurden erstmals 1976 in Philadelphia (USA) entdeckt. Nachdem 182 Menschen an Lungenentzündungen erkrankten, wurden Legionellen als Ursache festgestellt. 29 Menschen starben an den Folgen der Lungenentzündung. Ausbrüche in Deutschland haben 2010 in Ulm und 2013 in Warstein stattgefunden. Im Oktober 2014 schaltete RWE vorsorglich den Kraftwerksblock Weisweiler in Düren ab, nachdem dort Legionellen im Kühlwasser gefunden wurden. Bei 30 Patienten in Jülich wurden Legionellen als Ursache der Lungenentzündungen identifiziert.

Stand: 24. Juni 2018 - 14:55 Uhr

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Grafik oben rechts (Trinkwasser): © Bernd Kasper / pixelio.de.