Ökotoxikologie

Nanopartikel können über Abrieb, Korrosion, Sedimentation, Ausflüsse aus Abwassereinigungsanlagen oder durch Alterungsprozesse in die Umwelt freigesetzt werden. Auch das Wegwerfen und Recyceln von nicht mehr benötigten Produkten kann Nanopartikel freisetzen, die anschließend in Gewässer, das Grundwasser, in die Luft oder in den Boden gelangen.

Bisherige Ergebnisse toxikologischer Studien

Wasserlebewesen wie Fische und Daphnien sind einem oxidativen Stress und anderen Effekten durch synthetische Nanopartikel (z.B. Buckminster-Fullerene und Titandioxid) ausgesetzt.

Titandioxid (TiO2)

Nanoskaliges Titandioxid ist insbesondere unter Einwirkung von UV-Licht für Wasserflöhe, die als ein Merkmal für intakte Ökosysteme gelten, und Algen giftig. Vermutlich reichert sich Titandioxid im Sediment an. Um Risiken genauer einschätzen zu können, sind Studien zu Langzeitfolgen notwendig.

Kohlenstoffnanoröhrchen (CNT)

Von Kohlenstoffnanoröhrchen ist bekannt, dass diese langlebig und nicht wasserlöslich sind, weshalb sie sich in der Umwelt und in Organismen anreichern könnten. Anders als andere Nanopartikel können Kohlenstoffnanoröhrchen unter bestimmten Bedingungen bis zu einem Monat im Wasser schweben. Untersuchungen lassen vermuten, dass ihre chemischen Eigenschaften zu einer Anhaftung an organisches Material führen und dadurch eine Agglomeration sowie ein Verklumpen verhindern (Hyung, H. et al. 2007). Aufgrund fehlender gängiger Messverfahren ist eine aussagekräftige Bewertung zur Verteilung und Anreichung in der Umwelt nicht möglich.

Silber (Ag)

Silber wird häufig in Wegwerfartikeln sowie in Gegenständen mit relativ geringer Nutzungsdauer eingesetzt. Beispielsweise wird bei jedem Waschgang ein Teil des Silbers von den Kleidungsstücken in das Abwasser der Waschmaschine abgegeben.

Obwohl Silberpartikel im Wasser relativ schnell mit anderen Stoffen reagieren, sind sie bis dahin für Wasserlebewesen hoch toxisch. Angesichts der toxischen Wirkung sollte der Eintrag von Silber in die Umwelt so weit wie möglich verhindert werden.

Wirkung auf Boden, Landlebewesen und Meereslebewesen

Nur wenige Studien haben sich bisher mit der Wirkung von Nanopartikeln auf die Landlebewesen (insbesondere Pflanzen), die Meereslebewesen und den Boden beschäftigt.

Bei Pflanzen wurde ein verringertes Wurzelwachstum festgestellt, wenn sie einer größeren Menge an Aluminium- oder Kupferpartikeln ausgesetzt waren.

Risikobewertung

Das Gefährdungspotential wird von vielen Faktoren beeinflusst: von der Substanz, von der Funktionalisierung, von der Expositionszeit, von den Analysemethoden etc.

Eine ökotoxikologische Bewertung von Nanopartikeln ist zurzeit aufgrund nicht ausreichender Informationen nicht möglich. Es ist davon auszugehen, dass sich Nanopartikel in der Nahrungskette anreichern.

Stand: 11. März 2016 - 9:56 Uhr

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