Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz

Eine Exposition gegenüber Nanomaterialien ist insbesondere bei deren Produktion möglich, wenn von geschlossenen zu offenen Verfahrensschritten übergegangen wird (z.B. bei der Abfüllung, bei der Probenahme oder bei Reinigungs- und Wartungsarbeiten). Auch bei Herstellungsverfahren, die Nanopartikel als Nebenprodukt erzeugen sowie in Laboren und Forschungseinrichtungen, die oft nicht in geschlossenen Systemen arbeiten können, ist eine Exposition nicht auszuschließen.

Am Arbeitsplatz sind insbesondere die inhalative und die dermale Aufnahme von Bedeutung. Weil die Eigenschaften und Gesundheitsrisiken von Nanomaterialien bislang noch nicht umfassend bekannt sind, sollten sie als potentielle Gefahrenquelle angesehen werden. Zum Schutz sind daher Maßnahmen in folgender Reihenfolge zu treffen (Baua & VCI 2007, 2012):

  1. Substitution
    Ersatz von gesundheitsgefährdenden Stoffen durch weniger gefährliche Stoffe (z.B. Bindung von Nanomaterialien in flüssigen oder festen Medien bzw. Verwendung von Dispersionen, Pasten, Granulaten oder Compounds) bzw.
    Ersatz von gesundheitsgefährdenden technischen Verfahren durch weniger gefährliche Verfahren
  2. technische Schutzmaßnahmen
    Verwendung von geschlossenen emissionsfreien Systemen, bei denen direkt an der Entstehungsquelle Gase, Dämpfe oder Stäube begrenzt und abgeführt werden
  3. organisatorische Schutzmaßnahmen
    z.B. geeignete Waschgelegenheiten, geschützte Aufbewahrung nicht beruflich eingesetzter Kleidung, zeitliche Gestaltung der Arbeitsabläufe, Ausbildung und Unterweisung, Zugangs- und Lagerregeln
  4. persönliche Schutzmaßnahmen
    Verwendung von Schutzausrüstung wie beispielsweise Handschuhe, Schutzbrille, Overall oder Atemmaske zusätzlich zu den technischen und organisatorischen Maßnahmen

Es gibt keine speziellen Regelungen für Nanomaterialien zum Schutz der Arbeitnehmer. Der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz dienen auf nationaler Ebene

  • das Arbeitschutzgesetz,
  • die Gefahrstoffverordnung und
  • das untergesetzliche Regelwerk der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)

sowie auf europäischer Ebene

  • die Richtlinie über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit (89/391/EWG) und
  • die Richtlinie zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch chemische Arbeitsstoffe bei der Arbeit (98/24/EG).

Detaillierte Informationen über gesetzliche Bestimmungen zum Schutz der Arbeitnehmer können auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin abgerufen werden.

Stand: 25. Juli 2017 - 10:48 Uhr

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