Wissensstand der Bevölkerung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersucht seit 2007 den Wissensstand der Bevölkerung zu Nanotechnologie und die Präsenz des Themas in den Medien.

Zwischen 2007 und 2012 ist der Anteil derer, die keine oder nur vage Angaben zum Thema Nanotechnologie machen konnten, leicht gesunken (von 47,8 % in 2007 auf 45,6 % in 2012). Diese Tendenz bestätigen auch die 2013 veröffentlichten Ergebnisse des BfR-Forschungsprojekts NanoView: "Nach den aktuellen Ergebnissen zeigt sich, dass ein Großteil der Befragten nach wie vor mit dem Begriff Nanotechnologie wenig anfangen kann. Zugleich wird auch in den Medien weniger intensiv über das Thema berichtet als noch vor fünf Jahren“, fasst BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel die Resultate zusammen. Zugleich seien aber konkrete nanotechnologische Anwendungen in den Bereichen Farben, Textilien und Kosmetika in der Öffentlichkeit bekannter geworden.

Ungeachtet dieser Wissenslücken schätzt eine Mehrheit der Befragten den Nutzen der Nanotechnologie insgesamt höher ein als deren Risiken, wobei Männer deutlich positiver urteilen als Frauen.

Diese eher positive Einschätzung bezieht sich insbesondere auf Anwendungen aus dem medizinischen und dem Umweltbereich. Auch Produkte wie Sonnenschutzmittel und Lebensmittelverpackungen, bei denen ein eindeutiger Nutzen erkennbar ist, werden positiv bewertet. Dennoch wird das Risiko-Nutzen-Verhältnis in einer Umfrage des BfR aus dem Jahre 2012 etwas kritischer gesehen. So werden z.B. die Risiken von tief in die Haut eindringenden Cremes und funktionalisierten Lebensmitteln höher bewertet als deren Nutzen. Auch stimmen ca. zwei Drittel der Befragten Aussagen hinsichtlich gesundheitlicher und ökologischer Risiken von Nanotechnologie zu.

Entsprechend fällt die Kaufbereitschaft aus. Während Produkte zur Oberflächenpflege und -versiegelung sowie Kleidung eher nachgefragt werden, sind Verbraucher bei Kosmetika und Lebensmitteln zurückhaltender. Im Vergleich zu 2007 nahm die Kaufbereitschaft bis 2012 insgesamt ab.

Obwohl sich die positive Einstellung gegenüber Nanotechnologie in den letzten Jahren etwas abgeschwächt hat, befürwortet die Mehrheit die Nanotechnologie und wünscht sich eine staatliche Unterstützung des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die Nanotechnologie in der technischen und medizinischen Entwicklung beträchtliche Fortschritte ermöglicht.

Zusätzliche Informationen: 

Im Vergleich zu anderen modernen Technologien wird der Informationsstand zur Nanotechnologie schlechter bewertet. Ein Drittel wünscht sich mehr Informationen zu Anwendungen. Allgemeine Informationen, mit Ausnahme von Angaben zu Risiken, sind dagegen weniger gefragt.

Bei einer kleinen Zusatzstichprobe erhielten die befragten Personen vorher weitere Informationen zu dem Thema Nanotechnologie sowie eine allgemeine Darstellung der Chancen und Risiken. In der anschließenden Umfrage wurden nanotechnologische Anwendungen und damit das Risiko-Nutzen-Verhältnis bestimmter Produkte kritischer bewertet und verschiedene Anwendungen weniger häufig befürwortet als in der Hauptumfrage. Für einige Produkte wie z.B. Sonnencremes und Hautcremes wird der Nutzen dennoch höher bewertet als das Risiko.

Stand: 11. März 2016 - 9:52 Uhr

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