Pentachlorphenol (PCP)

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Schadstoffverteilung am Beispiel PCP
Animation: Schadstoffverteilung am Beispiel PCP
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Pentachlorphenol (PCP) gehört zur Gruppe der Chlorphenole und damit zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen.

PCP reagiert aufgrund seiner phenolischen Hydroxylgruppe leicht sauer und kann daher in sein Natriumsalz (PCP-Na) umgewandelt werden, das gleichfalls industriell verwendet wurde. PCP selbst ist in Wasser wenig löslich, sein Natriumsalz löst sich dagegen recht gut.

Anders verhält es sich mit der Flüchtigkeit: PCP ist relativ leicht flüchtig, das PCP-Natriumsalz gast dagegen praktisch nicht aus. Die Sättigungskonzentration (das ist die maximal erreichbare PCP-Konzentration in der Luft) liegt bei Raumtemperatur bei 760 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Verwendung

Holzschutzmittel im Innenraum

Pentachlorphenol wirkt pilzhemmend (fungizid). Bis zum Inkrafttreten der PCP-Verbotsverordnung im Dezember 1989 wurden Pentachlorphenol und sein Natriumsalz als Pestizid wirkende Bestandteile in Holzschutzmitteln eingesetzt.

Die Produkte, zu denen u. a. Xylamon, Xyladecor und Aidol zählen, wurden zunächst zur großflächigen, später nur noch zur kleinflächigen Holzbehandlung verwendet. Meist enthielten die Holzschutzmittel noch weitere Biozide, wie etwa das insektizidwirkende Lindan. Vom Gesetzgeber wurde Holzschutz lediglich für tragende Konstruktionen vorgeschrieben. Dennoch wurden – in Unkenntnis der Gefährlichkeit – PCP-Mengen im Kilogrammbereich in Kindertagesstätten, Schulen und insbesondere in privaten Wohnräumen verstrichen. Derart "großzügig" behandelte Hölzer weisen an ihrer Oberfläche auch heute noch PCP-Konzentrationen von 1.000 Milligramm pro Kilogramm Holz und mehr auf.

Zwar ist PCP flüchtig und gast über die Jahre hinweg aus, jedoch geschieht dies langsam, mit einer Halbwertszeit von etwa 6 Jahren (darunter versteht man in diesem Zusammenhang die Zeit, in der sich die Konzentration im Holz auf die Hälfte verringert hat). Unbehandeltes Holz enthält weniger als 5 Milligramm PCP pro Kilogramm Holz. PCP-Werte über 50 Milligramm pro Kilogramm sind ein Hinweis auf eine PCP-Behandlung (Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes, 1997).

Ein Teil des PCP, das aus der "Primärquelle" Holz ausgast, schlägt sich auf Einrichtungsgegenständen wie Teppichen, Gardinen und Vorhängen und Mobiliar nieder, so dass diese zu "Sekundärquellen" werden.

Die Raumluft selbst ist kein Speichermedium für PCP. Wenn die PCP-Konzentration in der Innenraumluft über 0,1 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt, deutet dies auf einen früheren Einsatz von PCP-haltigen Holzschutzmitteln hin. Meist finden sich in diesem Fall auch erhöhte PCP-Werte im Hausstaub (s. auch unter "Grenzwerte/Richtwerte"). Wie hoch die Werte tatsächlich sind, hängt unter anderem von der Größe der behandelten Holzfläche und von der Lüftung ab.

Ein muffiger Geruch in feuchten Holzhäusern kann möglicherweise mit einer vorangegangenen PCP-Anwendung zusammenhängen. Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung in Braunschweig haben gezeigt, daß  durch mikrobielle Abbauprozesse PCP in Chloranisole (insbesondere das 2,3,4,5-Tetraanisol) umgewandelt werden kann (Gunschera und Mitarbeiter 2004). Chloranisole sind sehr geruchsintensiv ("Korkgeruch von Weinen"), in den gefundenen Konzentrationen besitzen sie jedoch keinerlei gesundheitliche Bedeutung.

Weitere Anwendungsbereiche

Zwar sind Herstellung, In-den-Verkehr-Bringen und Verwendung von PCP in Deutschland seit Inkrafttreten der PCP-Verbotsverordnung am 23.12.1989 (seit 1993: Chemikalienverbotsverordnung) untersagt. In manchen anderen Ländern wird PCP jedoch auch heute noch in der Textil- und Lederindustrie verwendet. Daher werden immer wieder Fälle bekannt, in denen importierte, PCP-haltige Bedarfsgegenstände (z. B. Lederbekleidung) zu individuellen Belastungen führen (Heudorf 2000).

Nahrungspfad

Die durchschnittliche PCP-Aufnahme über die Nahrung ist gering. Es wird geschätzt, dass sie bei etwa 1 bis 2 Mikrogramm pro Tag liegt (Kommission "Human-Biomonitoring" des Umweltbundesamtes, 1997).

Trend

Weltweit nimmt die PCP-Belastung der Umwelt und des Menschen deutlich ab, Abweichungen hiervon wurden lediglich im asiatischen Raum beobachtet (Zheng 2011).

Stand: 10. August 2017 - 10:09 Uhr

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