Gesundheitsrisiken (Übersicht)

Personen, die feuchten oder schimmeligen Stellen in Innenräumen ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung der Atmungsorgane, eine Atemwegsinfektion und für die Verstärkung einer vorhandenen Asthmaerkrankung. Des Weiteren gibt es Hinweise dafür, dass auch ein erhöhtes Risiko besteht an allergischer Rhinitis und Asthma zu erkranken.

Zwar gibt es nur wenige Interventionsstudien, deren Ergebnisse zeigen jedoch, dass nach einer Feuchtigkeitssanierung die respiratorischen Symptome reduziert werden konnten.

Die Belastung durch Schimmel und andere feuchtigkeitsbedingte mikrobiologische Schadstoffe erhöht das Risiko für seltene Erkrankungen wie z.B. die allergische Alveolitis (WHO 2009).

Welche Erkrankungen bzw. gesundheitliche Beschwerden können durch Schimmelpilze auftreten?

  • "Schimmelpilzallergie"
  • Schimmelpilzinfektionen - Infektionen zum Beispiel der Lunge mit Schimmelpilzen (z. B. Aspergillome treten nur bei immunabwehrgeschwächten Patienten auf).
  • Toxische Wirkungen durch Schimmelpilzgifte (Mykotoxine). Solche Reaktionen sind bisher nur bei sehr starker, meist beruflicher Belastung mit Schimmelpilzgiften beobachtet worden und setzen sehr hohe Sporenkonzentrationen voraus (1.000.000.000 Koloniebildende Einheiten pro Kubikmeter Luft (KBE/m3)). Die toxische Reaktion kann sich in dem „Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS)“ manifestieren, eine Entzündungsreaktion mit grippeähnlichen Symptomen. Diese toxische Wirkung unterscheidet sich kaum von der exogenen allergischen Alveolitis. Die Abgrenzung ist jedoch wichtig, da staubreduzierende Maßnahmen bei der ODTS wirkungsvoll sind (Wiesmüller et al. 2012).
  • Eine krebserregende (kanzerogene) Wirkung einzelner Mykotoxine über verschiedene Aufnahmepfade ist bekannt: Z.B. Aflatoxin bei der Aufnahme über Lebensmittel. Dafür, dass der Schimmelpilzbefall im Innenraum kanzerogen wirkt, gibt es bisher keine Hinweise (Wiesmüller et al. 2012).
  • Irritative Wirkungen (Mucous Membrane Irritation, MMI)
  • Chronische Bronchitis
  • Geruchsbelästigungen
  • Befindlichkeitsstörungen (Müdigkeit, Konzentrationsstörungen etc.) (Wichmann 1995; Senkpiel 2000)

Schimmelpilze spielen vor allem als Inhalationsallergene eine Rolle (Schata 1995). Meist treten neben Schimmelpilzen auch bestimmte Bakterien ("Mycelbildende Actinomyceten", hauptsächlich der Gattung Streptomyces) auf (UBA 2009).

Der Zusammenhang zwischen einer potenziellen gesundheitlichen Wirkung und einer Schimmelpilzexposition wird durch viele Faktoren wie z.B. Expositionsbedingungen und Empfindlichkeit von Betroffenen beeinflusst. Die Beurteilung von Ursache und Wirkung sollte daher nur von einem erfahrenen Arzt vorgenommen werden (Gabrio et al. 2013).

Eine Assoziation zwischen Schimmel/ Feuchte im Innenraum und Asthma, bestimmten Atemwegsbeschwerden und respiratorischen Infektionen ist gegeben, es liegt jedoch keine kausale  Ursache-Wirkungs-Beziehung vor.

Aufgrund der potentiellen Gesundheitsgefahren ist Schimmelpilzbefall in Innenräumen aber aus hygienisch-präventiver Sicht als bedenklich einzustufen, auch wenn es zurzeit schwierig oder nicht möglich ist, im Einzelfall konkrete Beschwerden und/ oder Krankheitsbilder mit einem Schimmelpilzbefall im Innenraum in einen eindeutigen kausalen oder quantitativen Zusammenhang zu bringen (Herr et al. 2013).

Stand: 2. Oktober 2019 - 12:39 Uhr

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