Speckstein

Speckstein ist ein natürlich vorkommender Bildquelle: Ra'ike via Wikimedia Commonsmineralischer Rohstoff. Das Gestein ist undurchsichtig, meist weißlich bis speckigweiß gefärbt und fühlt sich fettig und seifig an. Diese Eigenschaften geben ihm die Namen Speckstein oder Seifenstein. Rötlichgelber oder grünlichbrauner Speckstein enthält Spuren von Eisen, Aluminium und Kalzium.

Speckstein ist ein kompaktes Gestein, das überwiegend aus Schichtsilikatmineral Talk besteht. Es hat nur eine geringe Härte, besitzt gleichzeitig aber eine große Temperaturbeständigkeit, Wärmespeicherfähigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen.

Deshalb wurde Speckstein zum einen als leicht zu bearbeitendes Material für den Kunst- oder Werkunterricht eingesetzt und zum anderen als Baumaterial für Öfen verwendet. Weitere Anwendungen finden sich unter anderem in Isoliermassen der elektrokeramischen Industrie, Bodenplatten, feuerfeste Formkörper und Topfsteine zum Bau von elektrischen Öfen.

Bedeutende Vorkommen finden sich in Ägypten, Afrika, Brasilien, China, Frankreich, Finnland, Indien, Italien, Kanada, Norwegen, Österreich, Russland, Schweiz und der Ukraine. In Deutschland wurde Speckstein bis vor wenigen Jahren in der Johanneszeche in Göpfersgrün bei Wunsiedel in Oberfranken abgebaut. Der zum Ofenbau genutzte Speckstein wird hauptsächlich in Finnland und Brasilien abgebaut.

Asbest in Speckstein

Seit Jahrzehnten wird immer wieder die Diskussion geführt, ob und in welchem Ausmaß Asbest in Speckstein enthalten ist. In den letzten Jahren haben die Berufsgenossenschaften im Rahmen ihrer Präventionsarbeit in der Arbeitsmedizin exemplarisch in einigen Proben Speckstein Asbest nachweisen können. Zwei von 35 Specksteinen wiesen dabei Asbestgehalte auf, die nach der Gefahrenstoffordnung nicht zulässig sind. In rund einem Viertel der Proben, fanden sich nur sehr geringe Anteile.

Im Jahr 2000 gab es eine intensive Auseinandersetzung um die Verwendung von Speckstein in Schulen. Die Untersuchungsergebnisse verschiedener Labore und der Berufsgenossenschaften führten zu einem Verbot der Verarbeitung von Speckstein in Bildungseinrichtungen in vielen Bundesländern (Mattenklott 2007). In einigen Ländern darf Speckstein verwendet werden, wenn der Vertreiber nachweisen kann, dass das Material asbestfrei ist.

Da nur die lungengängigen Astbestfasern eine Gesundheitsgefährdung darstellen, geht von einem staubfreien Handstück oder Formstein aus Speckstein keine Gefahr aus. Auch die normale Nutzung eines Specksteinofens stellt in dieser Hinsicht kein Risiko dar. Erst bei der Bearbeitung durch Sägen, Bohren, Schleifen entstehen die Stäube. Enthält das Grundmaterial Asbestmineralien, so können bei der Bearbeitung einzelne Fasern in die Umwelt und damit in die Atemluft gelangen.

Stand: 27. Juni 2018 - 12:53 Uhr

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 Foto oben rechts (Speckstein): © Ra'ike via Wikimedia Commons - Link zum Bild