Aufbau und Chemie des Haars

Fast die gesamte Hautfläche des Menschen ist mit HaarenDie Haarwurzel bedeckt (Ausnahmen: Lippen, Handflächen, Fingerinnenseiten, Brustwarzen, Fußsohlen).

Haare sind für den Menschen nur noch rudimentär von Bedeutung. Sie haben im Laufe der Zeit eher eine soziale Funktion bekommen. Gibt es Probleme mit dem Haarwuchs, kann dieses zu Störungen der Selbstwahrnehmung, zu psychischen Störungen und sozialer Isolierung führen.

Insgesamt sind drei unterschiedliche Arten von Haaren beim Menschen bekannt:

  • Das Terminalhaar ist das ausgebildete Haar, welches man bei Erwachsenen findet.
  • Beim Säugling spricht man hingegen vom Lanugohaar.
  • Das unpigmentierte Flaumhaar nennt sich Vellushaar.

Im weiteren Verlauf wird ausschließlich auf das Terminalhaar eingegangen.

Aus den so genannten Haarmatrixzellen entsteht das eigentliche Haar. Diese Zellen gehören zu den aktivsten Zellen des Menschen, sie teilen sich einmal pro Tag.

Im Haar eingelagerte Melanozyten können Pigment an das Haar abgegeben, so dass eine Haarfärbung entsteht.

Haarschaft, -wurzel, - balg und Wurzelscheiden bilden den Follikel. Im unteren Teil des Haarfollikels wird das Haar gebildet. Der Hauptbestandteil des Haares ist Keratin.

Das Haar besteht aus der Mark- (Medulla), Rinden- (Cortex) und Schuppenschicht (Kutikula/ Cuticula). Die Kutikula dient als Schutzschicht und besteht aus Hornzellen, die auch Keratine enthalten.

Zu 80% besteht das Haar aus der Rinde, welche aus Faserbündeln gebildet ist, die sich wiederum aus Keratinfasern (Fibrillen) zusammensetzen. Die Hohlräume im Faserstamm bezeichnet man als Mark.

Haarzyklus und Haarverlust

Der Mensch besitzt zwischen 100 000 und 150 000 Kopfhaare mit einer Wachstumsrate von 0,35 bis 0,5 mm täglich. Der Haarzyklus besteht aus drei Phasen:

  1. Anagenphase: Diese Wachstumsphase dauert zwei bis acht Jahre. Ca. 80 bis 90 Prozent der Haarfollikel befinden sich in dieser Phase.
  2. Die Katagen- oder Übergangsphase dauert nur wenige Wochen und nur null bis drei Prozent der Follikel sind in dieser Phase.
  3. Die Telegon- oder Ruhephase endet bei den Kopfhaaren nach zwei bis vier Monaten und führt zu einem Haarverlust. Zeitgleich tritt der Haarfollikel allerdings wieder in die Anagenphase ein.

Der Haarverlust liegt täglich bei ca. 70 bis 150 Haaren. Wird das Haar extrem beansprucht (zum Beispiel beim Haarewaschen oder einem Frisörbesuch) können bis zu 300 Haare verloren gehen.

Das Haarwachstum unterliegt einem Jahresrhythmus. So liegt die Anagenphase im März bei 90 Prozent, sinkt danach jedoch stark ab und  erreicht im August und September ihren Tiefpunkt.

Stand: 28. Juni 2017 - 11:09 Uhr

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Grafik oben rechts (Haar): Rollroboter via Wikimedia commons.