Der Geruchssinn

Die Riechschleimhaut ist beim Menschen etwa 5 cm² je Nasenhöhle groß.Der Geruchssinn, auch olfaktorische Wahrnehmung, olfaktorischer Sinn (olfacere, lat. riechen) oder Riechwahrnehmung, bezeichnet das Wahrnehmen von Gerüchen.

Bei der Geburt ist der Geruchssinn der Säugetiere vollständig ausgereift. Er hilft, die Milchzitzen der Mutter zu finden, obwohl viele Säuger bei ihrer Geburt noch blind sind.

Interessant: neuere Forschungsergebnisse weisen auf die Bedeutung des Geruchssinns bei der Partnerwahl hin.

Geruchsstoffe

Damit ein Geruchsstoff wahrgenommen werden kann, muss er bestimmte Kriterien erfüllen: Flüchtigkeit, Löslichkeit und eine gewisse Oberflächenstruktur.

Stoffe sind nur riechbar, wenn sie unter natürlichen Umweltbedingungen hinreichend flüchtig sind und in der Atemluft vorkommen können. Das Ausmaß der Flüchtigkeit eines Stoffes bestimmt jedoch nicht über seine Geruchsintensität.

Ein Geruchsstoff muss weiterhin wasser- und lipidlöslich sein, da er durch die wässrige Schleimschicht zu den Rezeptoren gelangen muss. Für die Bindung an die Lipidmembran müssen die Moleküle zudem fettlöslich sein.

Die Oberflächenstruktur eines Geruchsmoleküls ist für die Bindung des Moleküls an die Rezeptoren wichtig.

Geruchsstoffe sind komplizierte Gemische. Was als unverwechselbarer Duft wahrgenommen wird, ist in der Regel ein Gemenge aus hundert oder tausend verschiedenen Molekülen natürlichen und anthropogenen Ursprungs.

Kaffeeduft setzt sich beispielsweise aus rund 200 chemischen Einzelkomponenten zusammen, der Duft einer Rose enthält über 500 Einzelstoffe. Meistens reichen jedoch wenige Leitsubstanzen aus, um einen Geruch zu erkennen. Die Leitsubstanz für Rosenduft beispielsweise ist Geraniol. Wer Geraniol riecht, assoziiert diesen Duft sofort mit Rosen. Und trotzdem wird dem Riechenden sofort klar, dass zu einer echten Rose noch „etwas fehlt".

Für manche Gerüche sind einfache chemische Verbindungen verantwortlich: etwa Ether oder Schwefelwasserstoff (faulige Eier).

Bei der Klassifizierung der Gerüche werden nach Lugmair (2006) folgende sechs Geruchsqualitäten hervorgehoben: Blumig, fruchtig, würzig, faulig, brenzlig und harzig. Es existiert jedoch eine ganze Reihe von Klassifizierungen. Die Problematik bei den Klassifizierungen ist, dass der Mensch weit mehr Gerüche unterscheiden kann, als sprachlich benannt wurden.

Einen ausführlichen Artikel über Geruchsstoffe mit Vorkommen, Gesundheitsrisiken und gesetzlichen Regelungen finden Sie hier: "Duftstoffe und Geruchsstoffe".

Stand: 19. September 2018 - 10:40 Uhr

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