Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter

Netzwerkkongress: Netzwerk Gesund ins Leben, 3. Dezember 2013

Eltern haben häufig Fragen rund um die Ernährung ihrer Kinder. Die Antworten, die sie auf ihre Fragen erhalten, sind zum Teil sehr verschieden und können verwirren.

Das Netzwerk „Gesund ins Leben – Netzwerk junge Familie“ hat sich seit 2008 zum Ziel gesetzt, einheitliche Handlungsempfehlungen für den Bereich einer ausgewogenen und gesundheitsförderlichen Ernährung bei Kleinkindern herauszugeben.

Die neuen Handlungsempfehlungen des Netzwerks wurden am 3. Dezember 2013 auf dem Netzwerkkongress in Berlin vorgestellt.

Die dritten Handlungsempfehlungen umfassen insbesondere die folgenden Bereiche: Essen lernen, Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und körperliche Aktivität.

Grundsätzlich ist das Wissen über den Nutzen gesunder Ernährung in den Familien vorhanden, jedoch mangelt es an einer konsequenten Umsetzung.

Die Gründe hierfür sieht das Netzwerk unter anderem in den zum Teil fehlenden Fähigkeiten bei der Zubereitung von frischen und gesunden Mahlzeiten in den Familien.

Aus der sozialen Perspektive ist es besonders für die Entwicklung von Kleinkindern wichtig, dass gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie stattfinden. Kinder lernen ihr Ernährungsverhalten durch die Imitation der Eltern und können so deren Gewohnheiten übernehmen. Die Eltern können ihrem Kind durch ihre Vorbildfunktion positive Eigenschaften und Verhaltensweisen vermitteln.

Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben ein höheres Risiko an Übergewicht zu leiden, jedoch wird dieses Risiko von den Eltern nur begrenzt wahrgenommen. Viele Eltern schätzen das Gewicht ihres Kindes trotz Übergewicht für genau richtig ein.

Die aktuelle Ernährungssituation von Kindern in Deutschland sieht so aus, dass die Nährstoffzufuhr weitestgehend den Empfehlungen des Netzwerks entspricht. Jedoch liegen sowohl die Vitamin D-Zufuhr, als auch die Werte für Folat und Eisen unter den Referenzwerten. Insgesamt zeigt sich, dass Kinder zu wenig pflanzliche Lebensmittel und zu viel Fleisch, Eier und Süßigkeiten essen. Kleinkinder sollten reichlich Getränke und pflanzliche Lebensmittel zu sich nehmen.

Bei einer vegetarischen Ernährung sollte bei Kleinkindern unbedingt eine ärztliche Betreuung stattfinden, von einer veganen Ernährung wird bei Kleinkindern vollständig abgeraten.

Der Verdacht auf Nahrungsmittelallergien bei Kleinkindern ist ein weiteres Thema, bei dem sich für die Eltern viele Fragen ergeben können. In diesem Fall entscheiden einige Eltern bestimmte Nahrungsmittel auch ohne ärztliche Diagnose wegzulassen. Hier gilt jedoch das Prinzip: Keine Karenz ohne Diagnose. Insbesondere bei Kleinkindern sollte nicht einfach auf Nahrungsmittel verzichtet werden, da wichtige Nährstoffe verloren gehen können und so Mangelerscheinungen bei Kindern auftreten können.

Ingesamt sollten eine stärkere Vernetzung der Akteure im Gesundheitssystem gefördert und die Rahmenbedingungen hierfür verbessert werden.

Die ausführlichen Ergebnisse (Tagungsdokumentation und Vorträge des Netzwerkkongresses) stehen online zur Verfügung.

Literaturtipp

Koletzko, B.; Armbruster, M.; Bauer, C.-P., et al. (2013):
Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter – Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“, ein Projekt von In Form.
In: Monatszeitschrift Kinderheilkunde, Zeitschrift für Kinder- und Jugendmedizin. Online verfügbar unter: http://shop.aid.de/_assets/downloads_free/3418_2013_he_kleinkind_x000.pdf (zuletzt aufgerufen im Mai 2018).

Stand: 9. Mai 2018 - 10:58 Uhr

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