Hygienische Anforderungen an Säuglingsnahrung in Babyflaschen

Hygienische Anforderungen an Säuglingsnahrung in BabyflaschenMuttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Sie ist nicht nur hygienisch unbedenklich und immer verfügbar, sondern besitzt auch die richtige Temperatur.

Des Weiteren erhält der Säugling über die Muttermilch Abwehrstoffe, die ihn gegen Infektionskrankheiten schützen. In manchen Fällen ist es jedoch notwendig, auf das Stillen zu verzichten und stattdessen mit der Flasche zu füttern.

Obwohl die pulverförmige Säuglingsnahrung hohen hygienischen Anforderungen entspricht, können sowohl während der Produktion als auch im Verlauf der Zubereitung Verunreinigungen auftreten. In seltenen Fällen überleben Keime den Herstellungsprozess und können sich bei der Nahrungszubereitung vermehren. Weitere Kontaminationen können über verwendete Utensilien wie Löffel, Sauger oder Trinkflasche erfolgen.

Empfehlungen zur hygienischen Zubereitung

Privathaushalte und Kindertagesstätten

Bei der Nahrungszubereitung sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Hände gründlich mit Seife und fließendem Wasser reinigen
  • Temperaturangaben des Herstellers beachten, für gesunde Säuglinge sind nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Wassertemperaturen bis zu 50 °C ausreichend
  • nur abgekochtes Trinkwasser verwenden
  • Nahrung erst kurz vor dem Verzehr zubereiten, schnellstmöglich abkühlen und innerhalb von 2 Stunden verwenden
  • Nahrungsreste entsorgen
  • Flasche und Sauger nach Gebrauch sofort reinigen, damit keine Nahrungsreste antrocknen
  • alle verwendeten Gegenstände in der Spülmaschine bei 65 °C oder mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen und anschließend abtrocknen;
    alternativ können die Utensilien ausgekocht oder 2 min mit kochendem Wasser behandelt werden (diese Vorgehensweise ist besonders für Kindertagesstätten empfehlenswert, um das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern zu minimieren)
  • die Zubereitung anderer, insbesondere roher Lebensmittel und die Reinigung der Utensilien sind stets räumlich oder zeitlich zu trennen

Wenn Tagesrationen z.B. für längere Fahrten vorbereitet werden, sind weitere hygienische Anforderungen zu beachten:

  • abgekochtes Trinkwasser in eine saubere Thermoskanne füllen und gut verschließen
  • das Pulver portionsweise in saubere und trockene Trinkflaschen füllen
  • das abgekochte Wasser erst kurz vor dem Verzehr zum Pulver geben

Wenn mehrere Rationen gleichzeitig, z.B. aus organisatorischen Gründen, vorbereitet werden, gilt es folgende Punkte zu beachten:

  • Nahrung schnellstmöglich herunterkühlen, da lange Standzeiten von mehr als 2 Stunden bei Temperaturen über 5 °C die Vermehrung von Keimen fördern
  • Nahrung im Kühlschrank bei weniger als 5 °C aufbewahren und die Temperatur regelmäßig überprüfen
  • die maximale Aufbewahrungszeit von 24 Stunden nicht überschreiten

Kliniken

Kliniken sollten separate Milchküchen mit hohen hygienischen Anforderungen bereitstellen. Dies ist besonders bei Frühchen und immungeschwächten Säuglingen wichtig.

Bei einem Geburtsgewicht unter 2500 g und immungeschwächten Babys wird eine auf das Individuum abgestimmte Nahrung zubereitet. In diesen Fällen sollte eine Abwägung zwischen einer höheren Wassertemperatur während der Zubereitung, durch die potentielle Krankheitserreger abgetötet werden, und dem Verlust von nicht hitzestabilen Nährstoffen erfolgen.

Hygienische Anforderungen wie z.B. bauliche Voraussetzungen, Arbeitsabläufe und Hygieneüberwachung können einer Leitlinie entnommen werden, die von der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. erarbeitet worden ist.

Stand: 28. Juni 2017 - 12:03 Uhr

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Bildquelle: 

von Simplicius (own photo in the own kitchen) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons.