Verhaltensauffälligkeiten

Psychische Probleme ziehen viele weitere Probleme für Kinder und Jugendliche nach sich, seien sie körperlicher Natur oder im Umgang mit anderen.

KiGGS Basiserhebung

In der KiGGS Basiserhebung beantworteten fast 14.500 Eltern von Kindern im Alter von 3-17 Jahren einen Fragebogen zu Verhaltensproblemen ihrer Kinder.

Bei 11,5 % der Mädchen und 17,8 % der Jungen liegen im Bericht der Eltern Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten bzw. emotionale Probleme vor. Dennoch verfügen 89 % über ein gutes soziales Verhalten.

Die häufigsten Probleme sind

  • Verhaltensprobleme (Mädchen: 11,9 %, Jungen: 17,6 %)
  • emotionale Probleme (Mädchen: 9,7 %, Jungen: 8,6 %)
  • Hyperaktivitätsprobleme (Mädchen: 4,8 %. Jungen: 10,8 %)

Befragte mit niedrigem Sozialstatus gaben mit 23,2 % weitaus häufiger Hinweise auf psychische Probleme als Befragte mit mittlerem (13,4 %) oder hohem (8,1 %) Sozialstatus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien beobachtet und mit Präventionsmaßnahmen erreicht werden.

KiGGS Folgeerhebung

Die Erhebung psychischer Auffälligkeiten erfolgte mittels Impact- und Symptomfragebogen des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ). Die Daten wurden anhand von Telefoninterviews bei 10.353 Sorgeberechtigten ermittelt.

20,2 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren gehörten zur Risikogruppe für psychische Auffälligkeiten. Jungen leiden häufiger unter Verhaltensausfälligkeiten, Hyperaktivität und Peer-Problemen. Bei Mädchen sind dagegen emotionale Probleme stärker ausgeprägt.

Zeitlicher Trend: Vergleich der Ergebnisse zwischen Basis- und Folgebefragung

Der zeitliche Trend psychischer Auffälligkeiten ist über den 6-jährigen Erhebungszeitraum stabil geblieben (20,2 % vs. 20,0 %). Gering ausgeprägte Veränderungen könnten auf Modeeffekte zurückgeführt werden.

Quellen:

Hölling, H., Erhart, M., Ravens-Sieberer, U. & Schlack, R. (2007). Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 50 (5-6), S. 600-608.

Hölling, H., Schlack, R., Petermann, F., Ravens-Sieberer, U. & Mauz, E. (2014). Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland - Prävalenz und zeitliche Trends zu 2 Erhebungszeitpunkten (2003-2006 und 2009-2012). Ergebnisse der KiGGS-Studie - Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 57 (7), S. 807-819.

Stand: 14. Dezember 2016 - 10:15 Uhr

Autor/en: