Allergische Erkrankungen

Allergische Erkrankungen stellen das häufigste Gesundheitsproblem im Kindesalter dar.

Im KiGGS wurden die Daten zu allergischen Erkrankungen durch eine standardisierte ärztliche Befragung der Eltern erhoben. Diese liegen bei der Basiserhebung für 17.450 und bei der Folgebefragung für 12.368 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 17 Jahren vor.

Zudem wurde bei der Basiserhebung das Blut von 13.016 Kindern zwischen 3 und 17 Jahren auf IgE-Antikörper gegen 20 häufige Allergene untersucht.

Die Ergebnisse sind im Folgenden für die einzelnen Erkrankungen tabellarisch dargestellt. Die Langzeitprävalenz sagt aus wie viele Kinder und Jugendliche nach Aussage der Eltern bereits mindestens einmal in ihrem Leben eine allergische Erkrankung hatten. Die 12-Monats-Prävalenz gibt dagegen an wie viele Teilnehmer in den letzten 12 Monaten noch von der Erkrankung betroffen waren.

Asthma bronchiale

 

KiGGS Basiserhebung

KiGGS Folgebefragung

Insgesamt (Langzeitprävalenz)

4,7 %

6,3 %

Jungen
(Langzeitprävalenz)

5,5 %

7,4 %

Mädchen (Langzeitprävalenz)

3,3 %

5,2 %

12-Monats-Prävalenz

3,0 %

4,1 %

Mehr zu Asthma bronchiale

Heuschnupfen

 

KiGGS Basiserhebung

KiGGS Folgebefragung

Insgesamt (Langzeitprävalenz)

10,7 %

12,6 %

Jungen
(Langzeitprävalenz)

12,5 %

14,5 %

Mädchen (Langzeitprävalenz)

8,9 %

10,7 %

12-Monats-Prävalenz

8,7 %

9,1 %

Mehr zu Heuschnupfen

Neurodermitis

 

KiGGS Basiserhebung

KiGGS Folgebefragung

Insgesamt (Langzeitprävalenz)

13,2 %

14,3 %

Jungen
(Langzeitprävalenz)

13,0 %

14,3 %

Mädchen (Langzeitprävalenz)

13,4 %

14,3 %

12-Monats-Prävalenz

7,2 %

6,0 %

Mehr zu Neurodermitis

Allergisches Kontaktekzem

 

KiGGS Basiserhebung

KiGGS Folgebefragung

Insgesamt (Langzeitprävalenz)

9,9 %

5,6 %

Jungen
(Langzeitprävalenz)

6,2 %

5,4 %

Mädchen (Langzeitprävalenz)

13,8 %

5,8 %

12-Monats-Prävalenz

 

2,2 %

Mehr zum allergischen Kontaktekzem

Allergie allgemein - Ergebnisse der KiGGS-Basiserhebung

16,1 % der Befragten litten aktuell an einer Allergie, bei 22,9 % wurde irgendwann einmal eine Allergie festgestellt (Jungen: 24,3 %, Mädchen: 23,9 %). Kinder mit Migrationshintergrund oder niedrigem sozioökonomischem Status hatten seltener eine Allergie. 40,8 % der Teilnehmer waren im Bluttest gegen mindestens eines der Allergene sensibilisiert. Jungen (mit 45 %) häufiger als Mädchen (mit 36,4 %).

Auffällig sind bei diesen Ergebnissen die Unterschiede bezüglich des sozioökonomischen Status. Diese geben Hinweise auf die sogenannte Hygienehypothese, die besagt, dass früher Kontakt mit Viren und Bakterien vor einer späteren Allergie schützen kann. Dafür, dass Migranten seltener von Allergien betroffen sind, könnten unterschiedliche Lebensweisen, aber auch systematische Fehler der Studie verantwortlich sein.

Allergie allgemein – Ergebnisse der KiGGS-Folgebefragung

Bei mehr als jedem vierten Kind (26,0%) wurde mindestens eine atopische Erkrankung (Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Neurodermitis) festgestellt. Die 12-Monats-Prävalenz lag bei 15,6 %. Kinder und Jugendliche waren insgesamt am häufigsten von Heuschnupfen (9,1%) betroffen.

Jungen leiden häufiger an Asthma bronchiale und Heuschnupfen als Mädchen. Im Erwachsenenalter ist dies umgekehrt.

Einflussgrößen auf die Entstehung allergischer Erkrankungen sind atopische Erkrankungen der Eltern, rauchende Eltern, ein hoher sozioökonomischer Status (bei Neurodermitis) und (groß)städtisches Leben (bei Asthma bronchiale).

Zeitlicher Trend: Vergleich der Ergebnisse zwischen Basis- und Folgebefragung

Erhebliche Veränderungen in der Allergiehäufigkeit allgemein sind in den 6 Jahren nicht festzustellen. Dennoch sind steigende Prävalenzen zu verzeichnen. Vor allem kleine Kinder im Alter bis 6 Jahren sind häufiger von Asthma bronchiale und Heuschnupfen betroffen (dieser Zusammenhang ist statistisch signifikant, die Fallzahlen sind jedoch relativ klein).

Bei dem allergischen Kontaktekzem ist mit den Jahren eine Geschlechterangleichung zu beobachten.

Quellen:

Schlaud, M., Atzpodien, K. & Thierfelder, W. (2007). Allergische Erkrankungen. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 50 (5-6), S. 701-710.

Schmitz, R., Thamm, M., Ellert, U., Kalcklösch, M. & Schlaud, M. (2014). Verbreitung häufiger Allergien bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse der KiGGS-Studie - Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 57 (7), S. 830-839.

Stand: 2. Oktober 2019 - 11:06 Uhr

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