Durchimpfung und Früherkennungsuntersuchungen

Durchimpfung

Impfungen sind wichtig. Sie schützen jeden Einzelnen vor bestimmten Erkrankungen, aber auch die ganze Gesellschaft, da der Ausbruch verschiedener Krankheiten durch eine flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung verhindert wird.

Dennoch besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Der Impfstatus wird nur im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung überprüft.

Der KiGGS hat jetzt den Impfstatus von knapp 16.500 Kindern und Jugendlichen überprüft.

Über 90 % der Kinder haben eine vollständige Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphterie und Polio. Auch die ersten Impfungen für Masern, Mumps und Röteln haben über 90 %. Die Durchimpfung gegen Pertussis, Hib und Hepatitis B ist in jüngeren Altersgruppen wesentlich besser als in älteren, was daran liegen mag, dass eine Pertussis- und Hib-Impfung erst seit 1991, eine Hepatitis B-Impfung erst seit 1995 von der STIKO empfohlen wird.

Viele Kinder und Jugendliche in den älteren Altersgruppen mit Migrationshintergrund haben eine weitaus geringere Grundimmunisierung, besonders gegen Tetanus, Diphterie, Hib und Polio.

Seit 2007 wird in Deutschland die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) empfohlen. Ergebnis der KiGGS Folgebefragung ist, dass 52,6 % der 14- bis 17-Jährigen Mädchen mindestens eine Impfung gegen HPV erhalten haben, 3 Impfdosen erhielten 39,5 %.

Zeitlicher Trend: Vergleich der Ergebnisse zwischen Basis- und Folgebefragung

Windpockenerkrankungen sind unter 0- bis 6-Jährigen stark rückläufig (73,3 % vs. 20,4 %). Auch Keuchhusten ist von der Häufigkeit bei 11- bis 17-Jährigen gestiegen (35,7 % vs. 11,2 %) Bei 7- bis 10-Jährigen blieb die Häufigkeit durchgemachter Keuchhustenerkrankungen relativ konstant (41, % vs. 3,9 %); bei 0- bis 2-Jährigen (0,4 % & vs. 1,9 %) und 3- bis 6-Jährigen (1,8% vs. 3,3% ) stieg die Häufigkeit an.

Bei der Häufigkeit von Masernerkrankungen gibt es nur minimale Veränderungen.

Die positiven Entwicklungen bzgl. der Häufigkeit von Windpocken- und Keuchhustenerkrankungen lassen sich plausibel auf Impfempfehlungen der STIKO zurückführen.

Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen

81 % der Kinder und Jugendlichen haben laut Eltern an allen Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen, 16 % nur teilweise und 3 % gar nicht.

Quellen:

Poethko-Müller, C., Kuhnert, R. & Schlaud, M. (2007). Durchimpfung und Determininanten des Impfstatus in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 50 (5-6), S. 851-862.

Neuhauser, H. & Poethko-Müller, C. (2014). Chronische Erkrankungen und impfpräventale Infektionserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse der KiGGS-Studie - Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 57 (7), S. 779-788.

Stand: 14. Dezember 2016 - 10:16 Uhr

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