Verbreitung, Dauer und zeitlicher Trend des Stillens in Deutschland

Durchschnittliche Stillquote, Geburtsjahrgänge 1996 bis 2012

 

Geburtsjahrgang 1996-2002

Geburtsjahrgang 2002-2012

Insgesamt

77,9 %

82,1 %

Einfache Bildung der Mutter

65,1 %

68,5 %

Mittlere Bildung der Mutter

81,7 %

84,5 %

Höhere Bildung der Mutter

93,4 %

94,5 %

Nicht-Rauchen in der Schwangerschaft

60,8 %

56,4 %

Rauchen in der Schwangerschaft

82,2 %

85,6 %

82 % der Kinder wurden jemals gestillt. Kinder aus Mehrlingsgeburten oder Frühgeborene werden seltener gestillt (68,3 %).

Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Stillverhalten und dem Bildungsgrad der Mutter. Kinder aus Ostdeutschland werden häufiger gestillt (88,4 %) als Kinder aus Westdeutschland (80,7 %). Ebenfalls werden Kinder weniger gestillt, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben (56,4 % vs. 85,6 %).

Durchschnittliche Stilldauer, Geburtsjahrgänge 1996 bis 2012

 

Geburtsjahrgang 1996-2002

Geburtsjahrgang 2002-2012

Insgesamt

7,49 Monate

7,46 Monate

Einfache Bildung der Mutter

6,25 Monate

5,85 Monate

Mittlere Bildung der Mutter

7,41 Monate

7,36 Monate

Höhere Bildung der Mutter

9,84 Monate

9,32 Monate

Nicht-Rauchen in der Schwangerschaft

5,63 Monate

4,87 Monate

Rauchen in der Schwangerschaft

7,84 Monate

7,70 Monate

Durchschnittlich stillen Mütter ihr Kind 7,5 Monate lang. Mütter mit hohem Bildungsgrad stillen länger (9,3 Monate) als Mütter mit niedrigem Bildungsgrad (5,9 Monate). Mit steigendem Alter der Mutter nimmt auch die Stilldauer zu (von 5,6 bis zu 8,7 Monate). Mütter aus Westdeutschland stillen zwar seltener, die Stilldauer ist jedoch tendenziell größer als in Ostdeutschland (7,0 vs. 8,9 Monate). Die Stilldauer bei Erstgeborenen ist kürzer (7,0 vs. 8,9 Monate).

47,7 % der Kinder werden mindestens vier Monate lang voll gestillt, während nur noch 17,7% 6 Monate oder länger voll gestillt werden.

Zusammenfassend

Die Stillhäufigkeit stieg über die Jahre 1996 bis 2012 an, während die Stilldauer relativ konstant blieb. Allerdings kam es im Geburtsjahr 2000/2001 zu einem Rückgang der Stilldauer. Dazu könnten die Diskussion zu Schadstoffen in der Muttermilch beigetragen haben, aber auch die Schwierigkeiten, das Verbot der kostenlosen Verteilung von Säuglingsanfangsnahrung an Schwangere oder Mütter von Neugeborenen (Säuglingsnahrungswerbegesetz, SNWG, vom 19. Oktober 1994) bei allen Herstellern durchzusetzen.

Die KIGGS-Ergebnisse zeigen nachdrücklich den Bedarf einer gezielten Förderung des Stillens bei bildungsschwachen und jungen Frauen, sowie Müttern mit Mehrlings- und Frühgeburten.

Quellen:

Lange, C., Schenk, L. & Bergmann, R. (2007). Verbreitung, Dauer und zeitlicher Trend des Stillens in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 50 (5-6), S. 624-633.

Von der Lippe, E., Brettschneider, A.-K., Gutsche, J. & Poethko-Müller,C. (2014). Einflussfaktoren auf Verbreitung und Dauer des Stillens in Deutschland. Ergebnisse der KiGGS-Studie - Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 57 (7), S. 830-839.

Stand: 14. Dezember 2016 - 10:17 Uhr

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