Chemikalien

Trotz dieser Bestimmungen gelangen immer wieder auch bedenkliche Produkte in den Handel. Bei Stichproben werden am häufigsten bei Billigspielzeug gesundheitsschädliche Stoffe und Überschreitungen von Grenzwerten gefunden. Um welche chemischen Substanzen handelt es sich?

Weichmacher (Phthalate). Polyvinylchlorid (PVC) enthält oft größere Mengen an Weichmachern. Sicherer sind Produkte aus Polypropylen (Kennzeichen PP) oder Polyethylen (PE). Manche Spielzeuge enthalten den Hinweis „PVC-frei” oder „Phthalat-frei”. Auch eine der Zahlen 1,2,4,5 oder 6 in einem Dreieck zeigen an, dass PVC nicht enthalten ist.

Blei. Bleihaltige Farben können das toxische Blei oder seine chemischen Verbindungen enthalten und freisetzen. In der EU dürfen Spielzeugfarben nicht bleihaltig sein.

Formaldehyd. Holzspielzeuge können Formaldehyd enthalten und ausdampfen.

Bisphenol A. Säuglingstrinkflaschen aus Polycarbonat dürfen seit dem 1. Juni 2011 nicht mehr in den Handel gebracht werden. Nähere Informationen zu Bisphenol A in Babyflaschen erhalten Sie hier.

Nickel. Metallbausätze enthalten einen großen Anteil von Nickel, das sich bei Hautkontakt lösen kann. Das Schwermetall ist ein Kontaktallergen mit einer der höchsten Sensibilisierungsraten. 10% der Kinder sind sensibilisiert. Eine Nickelallergie kann die Lebensqualität und medizinische Therapiemöglichkeiten stark einschränken. Das BfR empfiehlt verstärkte Kontrollen von Kinderspielzeugen durch die Hersteller, Importeure und Händler. Ebenso sind hier die Marktüberwachungsbehörden der Länder in der Pflicht, die Sicherheitsanforderungen an die Spielzeuge zu kontrollieren.

Chrom (VI). In bestimmten Spielzeugarten kann sechswertiges Chrom (VI) im Lack, in der Farbe oder im Kunststoff enthalten sein. Chrom (VI) besitzt eine hohe Toxizität und wirkt hautsensibiliserend; atembarer Chrom (VI)-Staub ist krebserzeugend. Der „Wissenschaftliche Ausschuss Gesundheit und Umweltrisiken der Europäischen Kommission“ (SCHER) empfiehlt daher, die Migrationswerte (Höchstmenge, die beim Übergang von dem Spielzeug auf das Kind zulässig ist) für Chrom (VI) zu überarbeiten. Die Belastung durch Chrom (VI) im Spielzeug sollte so gering wie möglich gehalten werden, da bereits eine Belastung durch andere Aufnahmewege besteht (z.B. über das Trinkwasser).

Zusätzliche Informationen: 

Bei bestimmungsgemäßer Verwendung kommen nur wenige Produkte wie z.B. Zahnbürsten, Sauger und Beißringe für eine orale Exposition in Betracht. Wichtiger sind dagegen Produkte, die entgegen ihrer Bestimmung anderweitig verwendet werden. Hierunter fällt insbesondere Spielzeug, das oft von Kleinkindern in den Mund genommen wird.

In den letzten Jahren wurde die Verwendung von DEHP in Spielzeug und anderen Produkten, die für Kinder als Hauptquelle in Betracht kommen, weiter reguliert. Daher ist davon auszugehen, dass sich die Aufnahmemenge von DEHP weiter reduzieren wird und in nachfolgenden Studien geringere Werte gemessen werden.

Weichmacher wie DEHP kommen nicht nur in Produkten vor, sondern auch im Hausstaub. Das BfR berechnete für ein 10 kg schweres Kind eine durchschnittliche tägliche Aufnahmemenge von 0,07 mg DEHP pro 1 kg Körpergewicht über Hausstaub. Die Berechnung stützt sich auf die Annahme, dass 1 kg Hausstaub 1,35 mg DEHP enthält und ein Kind bis zu 500 mg Staub oral aufnehmen kann.

Stand: 14. Dezember 2016 - 10:30 Uhr

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