Handlungsbedarf

Besteht für Pflanzeninhaltsstoffe behördlicher Handlungsbedarf? Was sollte unternommen werden?

Das BfR hält generell für problematische Substanzen pflanzlichen Ursprungs eine detaillierte Risikobewertung (mit eventuell daraus folgenden regulatorischen Maßnahmen) für notwendig. Dabei sollten aus Sicht des Verbraucherschutzes für diese Stoffe die gleichen Kriterien gelten wie für synthetische Substanzen.

Regulatorische Maßnahmen könnten die Festlegung von maximalen täglichen Aufnahmemengen (TDI), die Festlegung von Höchstmengen, Verzehrsempfehlungen und –einschränkungen sowie Verbote beinhalten.

Eine Risikobewertung pflanzlicher Stoffe ist nach Meinung des BfR angezeigt, wenn die Substanzen entweder natürlicherweise in sehr hohen Konzentrationen im Lebensmittel vorkommen (beispielsweise Furocumarine im Sellerie) oder in angereicherter oder isolierter Form verwendet werden (beispielsweise Beta-Carotin als Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden).

Sollte der Verbraucher die genannten Pflanzeninhaltsstoffe grundsätzlich meiden?

Nein, das ist nicht nötig! Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist mit einer natürlichen Aufnahme nicht vergleichbar, da im ersten Fall weitaus höhere Mengen der betreffenden Substanz aufgenommen werden. Bei einer abwechselungsreichen Ernährung ist die Gefahr, eine hohe Dosis eines bestimmten Pflanzeninhaltsstoffes aufzunehmen, sehr gering.

Fazit:

In Diskussionen um Pflanzeninhaltsstoffe wird deutlich, dass das Thema noch zu wenig Beachtung in der Bevölkerung erfährt. Oft werden in der öffentlichen Debatte um schadstoffbelastete Lebensmittel nur Chemikalien (z.B. Pestizide) thematisiert.

Die meisten Verbraucher überschätzen das Risiko von Pestiziden, unterschätzen jedoch das Risiko natürlicher Pflanzeninhaltsstoffe.

Stand: 30. November 2016 - 10:27 Uhr

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