Zukünftige Chemikalienpolitik der Europäischen Union

Fremdstoffe in der Muttermilch und in Nahrungsmitteln sind grundsätzlich unerwünscht. Daher fordern Experten-Kommissionen wie beispielsweise die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Nationale Stillkommission, aus Vorsorgegründen den Eintrag von fettlöslichen, schwer abbaubaren Stoffen in die Umwelt und damit in die Nahrungsmittelkette zu minimieren.

Das EU-Chemikalien-Gesetz REACH

Das vor mehr als 10 Jahren in Kraft getretene EU-Chemikalien-Gesetz REACH (Registrierung, Evaluation und Autorisation von Chemikalien) soll hierzu beitragen. Es sieht vor, dass alte und neue Stoffe bei einer zentralen Behörde (ECHA) registriert werden müssen, wenn sie in einer Menge von mehr als 1 Tonne pro Jahr in der EU hergestellt oder eingeführt werden.

Abhängig von den hergestellten oder importierten Mengen soll eine Evaluation (toxikologische Bewertung) der Daten durch die Industrie (unter Aufsicht nationaler Behörden) erfolgen.

Durch dieses Autorisierungs- (Zulassungs-) verfahren soll zukünftig verhindert werden, dass krebserregende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsschädigende Stoffe wie auch langlebige bioakkumulierende Substanzen in die Umwelt eingetragen werden. Hier wird dann eine ausdrückliche Zulassung der Behörden für den jeweiligen Verwendungszweck erforderlich sein und es wird ein technisches oder organisatorisches Risikomanagement nachgewiesen werden müssen.

REACH soll den toxikologischen Informationsstand über die eingesetzten Stoffe und den Zugang zu diesen Informationen verbessern.

Stand: 23. Juni 2018 - 15:50 Uhr